- Die Studie zeigt: Durch soziale Distanzierung ist die durchschnittliche Ansteckungsrate pro infizierter Person von 2,6 auf 0,62 gesunken.
- Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) nutzten Daten aus 2005/2006, um Kontakte vor der Lockdown zu schätzen.
- Sie mahnen: Die Arbeit ist nicht getan – halten Sie weiterhin die Regierungsempfehlungen ein.
Neue Erkenntnisse aus Großbritannien belegen die Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen gegen das Coronavirus. Als führende Institution in der Infektionsforschung hat die London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) berechnet, dass eine infizierte Person vor der Abriegelung durchschnittlich 2,6 weitere Menschen ansteckte.
Dank der staatlich angeordneten Distanzierungsmaßnahmen liegt diese Reproduktionszahl (R-Wert) nun bei nur noch 0,62. Der R-Wert beschreibt die durchschnittliche Anzahl der Neuinfektionen pro Fall – unter 1 signalisiert er einen Rückgang der Epidemie.
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Das LSHTM-Team führte die Online-Umfrage CoMix durch und befragte 1.300 Personen zu ihren Kontakten des Vortags. Diese Daten wurden mit der Polymod-Studie von 2005–2006 verglichen, die als Referenz für vor-Lockdown-Verhalten dient.
Aus den veränderten Kontaktmustern ergab sich ein Rückgang der Kontakte um 73 %. Die Schätzung für den neuen R-Wert liegt damit zwischen 0,37 und 0,89, mit 0,62 als wahrscheinlichstem Wert.

Leitung der Studie, Professor John Edmunds von der LSHTM: „Bei vergleichbaren Effekten in der gesamten britischen Bevölkerung würde die Epidemie allmählich abklingen. Unsere Ergebnisse sind jedoch kein Grund zur Entspannung. Sie motivieren uns, die Regierungsanweisungen strikt einzuhalten. Wir dürfen den Druck nicht nachlassen, um das NHS zu entlasten – jetzt und in den kommenden Monaten.“
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Die Autoren weisen auf Limitationen hin: Die Studie ist noch nicht peer-reviewed, basiert auf der Annahme ähnlicher Kontaktmuster wie 2005/2006 und beruht auf Selbstauskünften, die Erinnerungsfehler enthalten könnten. Eine BBC-Studie bestätigt jedoch ähnliche Muster, außer bei 13- bis 17-Jährigen. Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen wurden nicht direkt erfasst.