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Probiotika gegen Depressionen: Metastudie belegt positive Effekte

Im Vereinigten Königreich wurden 2016/17 rund 1,4 Millionen Menschen mit psychischen Problemen in die Spezialversorgung überwiesen – bei einem Drittel diagnostizierte man eine Depression.

Seit Langem wissen wir, dass das Darmmikrobiom über die Darm-Hirn-Achse die psychische Gesundheit beeinflusst. Diese enge Verbindung zwischen Verdauungstrakt und Gehirn spielt eine Schlüsselrolle bei der Behandlung seelischer Erkrankungen.

Eine umfassende Metastudie der Brighton and Sussex Medical School, die Publikationen von 2003 bis 2019 analysierte, zeigt nun: Probiotika – lebenswichtige Bakterien aus Joghurt, Sauerkraut oder Kimchi – können das nützliche Bakterienprofil im Darm stärken, Entzündungen mildern und so Symptome von Depressionen lindern.

Das Forscherteam sichtete 71 Studien, von denen sieben alle Kriterien erfüllten. Sie testeten mindestens einen probiotischen Stamm, vier auch Kombinationen. Insgesamt kamen 12 Stämme zum Einsatz, vor allem Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei und Bifidobacterium bifidum.

Trotz unterschiedlicher Studiendesigns, Methoden und klinischer Ansätze zeigten alle: Probiotische Ergänzungsmittel reduzieren messbar depressive Symptome.

Möglicher Mechanismus: Probiotika dämpfen entzündungsfördernde Stoffe oder modulieren Tryptophan – eine Substanz, die über die Darm-Hirn-Achse psychiatrische Erkrankungen beeinflusst.

Die Experten mahnen jedoch Zurückhaltung: Die Studien waren kurzfristig, mit kleinen Teilnehmerzahlen. Langzeitwirkungen und Nebenwirkungen sind unklar.

Trotzdem plädieren die Forscher für weitere Untersuchungen probiotischer Therapien als vielversprechenden Ansatz.