Internationale Wissenschaftler empfehlen Regierungen weltweit die "Zero-COVID"-Strategie nach neuseeländischem Vorbild als effektivste Methode zur Bekämpfung des Coronavirus.
In einer umfassenden Rezension in der renommierten Zeitschrift Lancet ziehen Experten die zentralen Lehren aus den Pandemie-Erfahrungen verschiedener Länder.
Die Autoren betonen: "Das Argument für eine Zero-COVID-Strategie, die die Inlandsübertragung eliminiert, ist überzeugend."
"Neuseelands Erfahrungen zeigen: Diese Herangehensweise ist herausfordernd, aber erreichbar – besonders angesichts der wachsenden Belastung durch Long-COVID bei Überlebenden mit anhaltenden Symptomen."
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Andere Fachleute wie Dr. Simon Clarke, außerordentlicher Professor für zelluläre Mikrobiologie an der University of Reading, sehen den Erfolg noch nicht als gesichert. "Bei früher Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe und schneller Massenimpfung wirkt die Strategie brillant", so Clarke.
"Fehlt es jedoch an rascher Impfstoffverfügbarkeit, wird Neuseeland anfällig für Importinfektionen und muss teure Isolation aufrechterhalten."

In der Lancet-Rezension nennen die Forscher vier Schlüsselfaktoren für einen sicheren Ausstieg aus Lockdowns:
- Effektives Test-, Tracing-, Isolier- und Unterstützungssystem;
- Klarer, transparenter Regierungsplan;
- Robuste Überwachung der Infektionslage vor Lockerungen;
- Langfristige Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandhalten.
Die Experten heben hervor, dass Kontaktverfolgung und Isolation landesspezifisch variierten: Asiatische Länder testeten und isolierten früh und konsequent, während Großbritannien und Europa Verzögerungen hatten.
"Bei erneutem Anstieg der Fälle müssen Länder unsere Lehren beherzigen", fordert Co-Autor Prof. Martin McKee von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.