Ein kostengünstiger Test bewertet das Ansprechen von Brustkrebspatientinnen auf eine kurzfristige Hormontherapie und kann so das Risiko eines Rückfalls vorhersagen, wie Forscher des renommierten Institute of Cancer Research (ICR) in London zeigen.
Der Test kostet nur etwa 60 £ pro Patientin – weniger als ein Zwanzigstel der Preise aktueller Genomtests.
Er misst Veränderungen in der Wachstumsrate von Krebszellen nach Behandlung mit Aromatasehemmern, Medikamenten, die die Östrogenproduktion blockieren.
Dieser Ansatz könnte Frauen, die auf die Standardtherapie gut ansprechen, Sicherheit geben und Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko gezielt identifizieren.
"Diese bahnbrechende Studie ist die größte ihrer Art weltweit und umfasste rund 4.500 Patientinnen in 130 NHS-Brustzentren in Großbritannien", erklärt Professor Ian Smith, Honorarprofessor für Krebsmedizin am ICR London und leitender Prüfer der Studie.
"Wir haben gezeigt, dass eine zweiwöchige Vorbehandlung mit Aromatasehemmer-Tabletten vor der Operation bei frühem Brustkrebs die optimale postoperative Therapie individuell bestimmen ermöglicht."
"Besonders hilfreich ist, dass wir Patientinnen identifizieren, die auf Chemotherapie mit ihren Nebenwirkungen verzichten können. Der Test ist deutlich günstiger und simpler als Genomtests und sollte Standard im Management frühen Brustkrebs werden."
Das Forschungsteam vom ICR und Royal Marsden NHS Foundation Trust untersuchte Frauen mit hormonpositivem frühem Brustkrebs, bei dem Tumorzellen auf Östrogen oder Progesteron anwachsen.
Zwei Drittel der 4.480 Teilnehmerinnen erhielten zwei Wochen vor und nach der Operation Letrozol oder Anastrozol. Die übrigen wurden standardmäßig nach der Operation behandelt.
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Allen Frauen wurde empfohlen, die Hormontherapie mindestens fünf Jahre fortzusetzen, um das Rückfallrisiko zu minimieren.
Mithilfe des Krebswachstumsratentests, der das Protein Ki67 in Tumorproben misst, bewerteten die Experten die Therapie-Wirkung vor der Operation und prognostizierten so das individuelle Rückfallrisiko.
"Leider kehrt Brustkrebs bei manchen Frauen zurück. Dieser Test ermöglicht präzise Vorhersagen, damit Ärzte betroffene Patientinnen intensiver überwachen können – frühe Erkennung verbessert die Überlebenschancen maßgeblich", betont Professor Arnie Purushotham, leitender klinischer Berater von Cancer Research UK.
"Die Ergebnisse könnten die Behandlung hormonpositiven frühen Brustkrebs revolutionieren, indem risikobasierte Strategien priorisiert werden."