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Lockdown-Marathon: So ändern Sie Ihre Denkweise, um besser durchzuhalten

Der Lockdown ist ein Marathon, kein Sprint. Ohne Vorbereitung stößt man irgendwann an die Grenzen. Bei mir geschah das nach 2,5 Wochen: Ich jammerte wie ein Kind vor meinem eigenen Kind, schlug gegen den Türrahmen und wurde von meinem Mann ins Zimmer geschickt.

Ein peinlicher Moment für eine Erwachsene. Emotionen, Stress und Unsicherheit sind jedoch in jedem Alter schwer zu bewältigen – erst recht, wenn das Ziel ein bewegliches ist.

Dr. Nathan Smith, Experte für extremen Stress an der University of Manchester, forscht mit Astronauten und Polarforschern an den Rändern physischer, psychischer und sozialer Belastbarkeit. Seine Erkenntnisse halfen mir in meiner Krise.

„Quarantäne treibt in den Wahnsinn, weil wir Struktur brauchen“, erklärte Smith mir am Telefon. Unser Leben ist auf Routinen ausgelegt. Viele, wie ich, sind starr statt flexibel. Wird diese Struktur gestört, geraten wir aus dem Gleichgewicht. Dazu Unsicherheit und Hilflosigkeit – ein Rezept für Selbstsabotage.

Lockdown-Marathon: So ändern Sie Ihre Denkweise, um besser durchzuhalten

Die meisten merken den Abstieg nicht sofort, sagt Smith. Erste Warnsignale: Weniger Aufmerksamkeit für sich selbst und den Haushalt. Müll häuft sich an, Duschen wird vernachlässigt.

In Gegenwart anderer mehr Negatives, Verlust von Optimismus, mehr Streit, Tränen oder ungesunde Gewohnheiten.

Die Außenwelt kontrollieren wir nicht. Doch unsere Denkweise schon. Wir können wählen, wie wir denken – es gibt immer mehrere Wege zum Ziel. Auch wenn Handlungen eingeschränkt sind, sind wir für unsere Gedanken verantwortlich. Eine feste Routine schafft Struktur und gibt das Gefühl der Autonomie zurück.

Polarforscher Eric Larsen erlebt an Tag 40 jeder Expedition eine Befreiung: Er lässt das „Alte Normale“ los und umarmt das Neue. Das lindert Frust und Routine-Druck.

Wir haben nicht seine physischen Belastungen, doch von Extrem-Experten lernen wir viel. Nach diesem „Rennen“ bin ich besser gerüstet für zukünftige Herausforderungen.