Experten gehen davon aus, dass die neue südafrikanische Coronavirus-Variante den Schutz der derzeitigen Impfstoffe nicht umgeht – solange sie nicht weiter mutiert.
Wissenschaftler betonen, dass noch zu wenig über diese Mutation bekannt ist, um definitive Prognosen zu stellen. Die Veränderungen deuten auf eine höhere Übertragbarkeit hin, doch Auswirkungen auf die Schwere der Erkrankung bleiben unklar.
Forscher in Porton Down prüfen derzeit die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen gegen die südafrikanische Variante und beobachten ihre Ausbreitung im Vereinigten Königreich.
Gesundheitsminister Matt Hancock äußerte sich am Montag "unglaublich besorgt" über die Variante und nannte sie ein "sehr, sehr bedeutendes Problem". Am 23. Dezember wurden im UK zwei Fälle bestätigt.
"Die ‚südafrikanische Variante‘ trägt eine Mutation im Spike-Protein namens E484K, die im ‚britischen Stamm‘ fehlt", erklärt Francois Balloux, Professor für Computersystembiologie und Direktor des UCL Genetics Institute an der University College London.
"Die E484K-Mutation reduziert die Antikörpererkennung und ermöglicht es SARS-CoV-2, teilweise dem Immunschutz durch Infektion oder Impfung zu entgehen. Dennoch reicht sie allein nicht aus, um den Schutz aktueller Impfstoffe zu umgehen. Zukünftige Varianten könnten die Wirksamkeit beeinträchtigen, aber das gilt vorerst nicht für diese.", so Balloux.
Lawrence S. Young, Virologe und Professor für molekulare Onkologie an der Warwick Medical School der University of Warwick, warnt: "Während britische Varianten die Impfstoffe kaum beeinträchtigen, ist die Anhäufung von Spike-Mutationen in der südafrikanischen Variante besorgniserregend und könnte den Immunschutz mindern."
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