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Großstudie bestätigt: Ibuprofen erhöht bei COVID-19-Patienten kein Risiko für Tod oder schwere Verläufe

Eine umfangreiche Untersuchung zeigt: Die Einnahme von Ibuprofen steigert bei Patienten mit COVID-19, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, das Risiko für schwere Erkrankungen oder Tod nicht.

Experten haben nachgewiesen, dass Ibuprofen und andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – häufig zur Linderung akuter Schmerzen eingesetzt – sicher sind und keine Verschlechterung der COVID-19-Verläufe verursachen.

Die Ergebnisse erschienen in The Lancet Rheumatology und stammen aus der größten Beobachtungsstudie dieser Art mit über 72.000 Patienten im Vereinigten Königreich.

Zu Pandemiebeginn sorgte eine Warnung des französischen Gesundheitsministers für Kontroversen rund um Ibuprofen. Britische Wissenschaftler prüften die Zusammenhänge gründlich und empfehlen nun: Ärzte sollten NSAR wie vor der Pandemie verschreiben.

„NSAR helfen weltweit Millionen bei Schmerzen, Arthritis oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erklärt Professor Ewen Harrison von der University of Edinburgh, Leitautor der Studie. „Viele verlassen sich darauf für den Alltag. Wir mussten klären, ob sie bei COVID-19 schaden.“

„Die Daten liefern klare Beweise: NSAR sind bei COVID-19-Patienten sicher. Ärzte und Patienten können sie vertrauensvoll einsetzen wie zuvor.“

Die ISARIC CCP-UK-Studie (International Severe Acute Respiratory and Emerging Infection Consortium) analysierte 72.179 Patienten, die von Januar bis August 2020 in England, Schottland und Wales hospitalisiert wurden. 5,8 Prozent (4.211) hatten NSAIDs in den 14 Tagen vor der Aufnahme genommen.

Die Sterblichkeitsrate betrug bei NSAR-Nutzern 30,4 Prozent – vergleichbar mit 31,3 Prozent bei Nichtnutzern.

Modelle zeigten sogar: NSAR-Patienten brauchten seltener Intensivstation, Beatmung oder Sauerstoff.

Die Studie deckt 60 Prozent der UK-COVID-19-Hospitalisierungen ab, schloss aber ambulante Fälle aus.

Ibuprofen ist im UK das gängigste NSAR; die Übertragbarkeit auf Länder mit anderen Präferenzen bleibt offen.