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Warum schlafen wir? Die faszinierende Wissenschaft hinter Schlaf und Träumen

Was ist Schlaf?

Schlaf ist ein Zustand veränderten Bewusstseins, in dem unsere Wahrnehmung der Umwelt nachlässt. Bei Tieren variiert er stark: Delfine schlafen beispielsweise nur mit einer Gehirnhälfte und schwimmen dabei weiter.

Beim Menschen gliedert sich Schlaf in vier Phasen: N1, N2, N3 und REM (Rapid Eye Movement). N1 ist die leichteste Phase, die unmittelbar nach dem Einschlafen einsetzt und meist unter 10 Minuten dauert. In N2 vertieft sich der Schlaf, gekennzeichnet durch K-Komplexe – kurze hochamplitudige Gehirnwellen – und Schlafspindeln, schnelle Wellenbursts. N3, der Tiefschlaf, zeigt Delta-Wellen mit langsamen Frequenzen.

Warum schlafen wir? Die faszinierende Wissenschaft hinter Schlaf und Träumen

Im REM-Schlaf beschleunigt sich die Gehirnaktivität, die Atmung wird unregelmäßig, und die Augen bewegen sich rasch. Hier entstehen die intensivsten Träume; unser Gehirn lähmt die Muskeln, um Bewegungen zu verhindern. In einer Nacht durchlaufen wir diese Phasen zyklisch, ein Zyklus dauert bei Erwachsenen etwa 90 Minuten.

Wie viel Schlaf benötigen wir?

Das hängt vom Alter ab. Eine Analyse wissenschaftlicher Studien aus 2014 ergab: Kleinkinder (1–2 Jahre) brauchen 11–14 Stunden, Jugendliche 8–10 Stunden, Erwachsene 7–9 Stunden pro Nacht.

Individuelle Unterschiede existieren – manche Erwachsenen reichen 6 Stunden. Weniger als das ist jedoch riskant. Zu viel Schlaf (über 11 Stunden) wird ebenfalls nicht empfohlen und steht in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und Diabetes. Ob Schlaf die Ursache ist oder umgekehrt, ist ungeklärt.

Warum träumen wir?

Sigmund Freud sah Träume als Zugang zum Unbewussten, um Wünsche zu erfüllen. Moderne Wissenschaft lehnt dies weitgehend ab, da Freuds Ideen auf begrenzten Fallstudien basieren und schwer testbar sind.

Beliebtere Theorien: Träume verarbeiten Tagesemotionen oder simulieren Szenarien wie eine "Virtual Reality" für kognitive Prozesse. Sie könnten Bedrohungen üben oder soziale Interaktionen proben. Oder sie sind einfach Nebenprodukt der schlafenden Gehirnaktivität.

Warum schlafen wir? Die faszinierende Wissenschaft hinter Schlaf und Träumen

Warum braucht unser Körper Schlaf?

Schlaf fördert Hormonproduktion wie Wachstumshormone für Zellregeneration. Er reguliert physiologische Prozesse: Forscher der University of Rochester entdeckten 2013, dass Schlaf Giftstoffe aus dem Gehirn spült, die tagsüber anreichern.

Warum schlafen wir? Die faszinierende Wissenschaft hinter Schlaf und Träumen

Zudem stärkt er das Immunsystem, festigt Lerninhalte und Erinnerungen sowie die emotionale Regulation.

Warum hat sich Schlaf evolutionär entwickelt?

Schlaf ist ein Rätsel: Er frisst 30 % unseres Lebens, mindert Wachsamkeit und verhindert Essen, Trinken oder Fortpflanzung. Allan Rechtschaffen nannte es "den größten Fehler der Evolution, falls Schlaf nutzlos wäre".

Warum schlafen wir? Die faszinierende Wissenschaft hinter Schlaf und Träumen

Mögliche Erklärungen: Energiesparmodus oder Tarnung in der Nacht durch Immobilität.

Von Prof. Alice Gregory

Alice Gregory ist Schlafforscherin an der Goldsmiths, University of London, und Autorin von Nodding Off (£16,99, Bloomsbury Sigma).