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Fasten verlängert das Leben – doch es könnte Ihren Nachkommen schaden: Erkenntnisse einer neuen Studie

Fastendiäten könnten die Gesundheit zukünftiger Generationen beeinträchtigen, wie aktuelle Forschungsergebnisse andeuten.

In den letzten Jahren haben Fastendiäten enorm an Beliebtheit gewonnen, doch über ihre langfristigen Folgen ist wenig bekannt.

Eine neue Studie zeigt: Eine reduzierte Kalorienaufnahme bei Spulwürmern (Caenorhabditis elegans) verkürzt die Lebensdauer der nächsten drei Nachfolgengenerationen – besonders, wenn diese Nachkommen uneingeschränkten Nahrungs Zugang haben.

„Wir wissen, dass eine Kalorienrestriktion die Lebensspanne vieler Tiere verlängert und potenziell die menschliche Gesundheit fördert“, erklärt der leitende Forscher Dr. Edward Ivimey-Cook von der School of Biological Sciences an der University of East Anglia (UEA).

„Allerdings fehlen Daten zu den langfristigen Effekten einer Kalorienrestriktion, einschließlich intermittierendem Fasten, auf entfernte Nachkommen. Wir wollten diese potenziellen generationenübergreifenden Auswirkungen genauer untersuchen.“

Die Studie, erschienen in Proceedings of the Royal Society B, analysierte die Wirkungen von zeitlich begrenztem Fasten auf Lebensdauer und Fortpflanzung bei Spulwürmern über drei Nachfolgengenerationen. Insgesamt wurden mehr als 2.500 Würmer über vier Generationen beobachtet.

Die erste Generation wurde in vier Ernährungsumgebungen platziert: ad libitum-Fraßen oder Fastendiät. Die vier Nachfolgengenerationen erhielten entweder volle Nahrung oder Fasten.

Die Wissenschaftler prüfkten Szenarien wie Fasten bei UrgroÞltern mit ad-libitum-Ernährung der Nachkommen oder kumulatives Fasten über vier Generationen hinsichtlich Reproduktion und Langlebigkeit.

„Wir haben Spulwürmer untersucht. Sie sind durchsichtig, nur 1 mm lang und leben im Boden“, erläutert Ivimey-Cook. „Ohne Knochen, Herz oder Kreislauf teilen sie dennoch viele Gene und Signalwege mit dem Menschen, die Alterung steuern. Ihr zweiwöchiger Lebenszyklus erlaubt schnelle Generationenstudien – bei Menschen wäre das ein Jahrhundert langwierig.“

„Fasten verlängerte tatsächlich die Lebensdauer und verbesserte die Fortpflanzung der Nachkommen, wenn diese selbst fasteten.

Überraschend: Bei uneingeschränkter Nahrung sank die Leistungsfähigkeit der Nachkommen deutlich – besonders bei Enkeln und Urenkeln.“

„Fasten kann für Nachkommen teuer werden, und dieser Effekt hält generationenübergreifend an“, betont er. „Das Fasten wird als Mittel für gesundes Altern gefeiert, doch evolutionär konservierte Signalwege mahnen zur Vorsicht bei generationenlangen Folgen – auch beim Menschen.“

„Beim Streben nach gesundem Lebensstil müssen wir langfristige Risiken bedenken: Schäden zeigen sich erst in fernen Generationen.“

Finanziert vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) und European Research Council (ERC).