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Warum die Pinna-Illusion Ihr Gehirn täuscht: Die neurowissenschaftliche Erklärung

Die Informationen, die durch Photonen auf unsere Netzhaut treffen, sind erstaunlich spärlich – meist nur eine unscharfe Trübung. Die eigentliche Verarbeitung findet in den visuellen Arealen des Gehirns statt, wo diese Rohdaten in ein klares, komplexes Bild umgewandelt werden. Unser Gehirn bearbeitet die Signale fieberhaft, um sie sehenswert zu machen.

Dieses beeindruckende System ist jedoch nicht fehlerfrei. Die Umwandlung der rohen Netzhautdaten in visuelle Wahrnehmung erfordert Zeit und Aufwand. Deshalb entstehen Effekte wie die Pinna-Illusion (siehe Bild): Komplexe Ringe aus kantigen Quadraten scheinen sich bei Starren in die Mitte und Kopfdrehung in entgegengesetzte Richtungen zu bewegen.

Lange war die Ursache unbekannt, doch eine neue Studie liefert die Erklärung. Unser Gehirn nutzt mehrere Systeme zur Bewegungserkennung. Das System, das illusorische Bewegungen filtert, reagiert 15 Millisekunden langsamer als die schnelleren Prozesse, die Bewegung signalisieren und priorisieren.

15 Millisekunden mögen gering wirken, sind neurophysiologisch jedoch entscheidend. Sie reichen aus, damit die Pinna-Illusion wirkt – unser Gehirn registriert die 'Bewegung' durch seine raschen, aber weniger präzisen Detektoren.