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Burnout verstehen und bekämpfen: Ursachen, Symptome und bewährte Strategien zur Erholung

Burnout ist ein weit verbreitetes Phänomen in unserer modernen Arbeitswelt. Als Berufsphänomen beschreibt es den Zustand, in dem körperliche und psychische Gesundheit sowie die Leistungsfähigkeit einer Person durch langanhaltenden, übermäßigen Stress – vor allem beruflich bedingt – beeinträchtigt werden.

Viele gesellschaftliche Mythen glorifizieren harte Arbeit als Garant für Erfolg. Doch die Realität ist anders: Umfragen in den USA zeigen, dass bereits vor der Pandemie 43 Prozent der Arbeitnehmer von Burnout betroffen waren. Nach 2020 stieg diese Quote auf 52 Prozent – mehr als die Hälfte der Belegschaft. Besonders junge Mitarbeiter sind gefährdet, während Ältere in Führungspositionen seltener betroffen sind.

Stress und seine gesundheitlichen Folgen

Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Bedrohungen, die durch Hormone wie Cortisol ausgelöst wird. Chronischer Stress schädigt jedoch Blutdruck, Atmung, Immunsystem und Gewicht. Psychisch beeinträchtigt er Konzentration, Gedächtnis, Stimmung und kann zu Depressionen oder Angststörungen führen.

Burnout manifestiert sich in extremer Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Reizbarkeit und Beeinträchtigungen der Exekutivfunktionen wie Planung und Selbstregulation. Es resultiert speziell aus beruflichem Stress.

Burnout verstehen und bekämpfen: Ursachen, Symptome und bewährte Strategien zur Erholung

Warum Arbeitsstress besonders belastend ist

Der Arbeitsplatz löst einzigartige Stressfaktoren aus: Mangel an Autonomie, Unsicherheit, Statusverlust und verschwendete Anstrengung. Große Organisationen verstärken dies durch undurchsichtige Hierarchien. Jobs mit hoher Verantwortung, greifbaren Ergebnissen und Anerkennung punkten hingegen mit geringerem Stress.

Ohne Job droht gar finanzieller Druck – ein noch größerer Stressor. Kein Wunder, dass Burnout so häufig ist.

Burnout im Gesundheitswesen

Burnout verstehen und bekämpfen: Ursachen, Symptome und bewährte Strategien zur Erholung

Im Gesundheitsbereich ist Burnout besonders akut: Hohe Komplexität, Personalmangel und lebensentscheidende Verantwortung fordern ihren Tribut. Pandemiebedingt fühlen sich bis zu einem Drittel der Mediziner stark belastet.

Dr. Serena Haywood, beratende Kinderärztin am St. George’s NHS Trust und Expertin für Resilienztraining, erklärt: „Burnout war immer Teil des Arztlebens. Stress gehört dazu, doch mit Perfektionismus und hoher Verantwortung werden Ärzte schnell erschöpft.“

Empathische Berufe wie Medizin fördern Burnout durch emotionale Übertragung. Dennoch betrafen erste dokumentierte Fälle Fluglotsen – Burnout ist branchenübergreifend. Tools wie das Maslach Burnout Inventory (MBI) helfen bei der Diagnose.

Burnout verstehen und bekämpfen: Ursachen, Symptome und bewährte Strategien zur Erholung

Burnout ist seit den 1970er Jahren bekannt. Moderne Arbeit mit ihrer Komplexität und Abstraktheit verstärkt es jedoch.

Effektive Strategien gegen Burnout

Burnout verstehen und bekämpfen: Ursachen, Symptome und bewährte Strategien zur Erholung

Sprechen Sie Probleme mit Vorgesetzten an oder suchen Sie Unterstützung bei Kollegen und Familie. Bewegung, Hobbys, Meditation und Achtsamkeit reduzieren Stress nachweislich.

Dr. Haywood rät: „Resilienz bedeutet, einen anderen Tag zu kämpfen. Erkennen Sie Rechte und Pflichten, eskalieren Sie Bedenken, pflegen Sie Hobbys und seien Sie nett zu sich und anderen.“

Indem wir Stress mindern, verhindern wir Burnout – unser Gehirn ist leistungsfähig, aber endlich.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 372 des BBC Science Focus Magazine.