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Ameisen als Krebsdetektoren: Schneller und kostengünstiger als Hunde – bahnbrechende Studie

Eine neue Studie belegt: Ameisen können Krebszellen an ihrem charakteristischen Geruch erkennen. Als erfahrene Insektenforscher zeigen wir, wie diese winzigen Helfer die Krebsdiagnostik revolutionieren könnten.

Einzelne Ameisen lernen den Krebsgeruch in nur wenigen Trainingseinheiten – "praktikabler, schneller und weniger mühsam" als bei anderen Tieren, betonen die Wissenschaftler.

Diese Pionierarbeit unterstreicht das Potenzial von Ameisen als zuverlässige Krebs-Biodetektoren.

Krebszellen produzieren beim Wachstum spezifische Verbindungen, die High-Tech-Geräte oder Tiere mit feiner Nase wahrnehmen. Hunde haben kürzlich Lungenkrebs mit fast 97 % Genauigkeit erschnüffelt, wie Studien belegen. Doch ihr Training ist zeit- und kostenintensiv.

Forscher der Universitäten in Frankreich testeten daher Insekten: günstig zu züchten und mit hochentwickeltem Geruchssinn für Nahrung und Partner. Sie wählten die Ameisenart Formica fusca, die zuvor Lernfähigkeiten bewiesen hatte.

Nach Kultivierung von Krebszellen bauten die Experten eine Testarena: Eine Ameise erhielt ein leeres Röhrchen und eines mit Krebszellen. Durch Konditionierung lernten die Tiere in nur 30 Minuten, den Krebsgeruch zu identifizieren.

"Wir nutzen assoziatives Lernen: Der Krebsgeruch wird mit einer Zuckerlösung belohnt", erklärt Dr. Baptiste Piqueret, Erstautor der Studie von der Université Sorbonne Paris Nord. "Nach mehreren Präsentationen sucht die Ameise den Geruch aktiv. Im Test ohne Belohnung wählt sie den Krebsgeruch gegenüber gesunden Proben."

Ameisen als Krebsdetektoren: Schneller und kostengünstiger als Hunde – bahnbrechende Studie

Dies beweist: Ameisen erkennen Krebszellen zuverlässig.

Auch die Unterscheidung verschiedener Krebsarten gelang: Alle trainiert auf Brustkrebs, lernten Hälfte Typ A, die andere Typ B. Die Ergebnisse ähneln Hunde-Tests.

Von klinischer Anwendung sind Ameisen noch entfernt. "Dieser Machbarkeitsnachweis zeigt: Ameisen lernen extrem schnell – unter 30 Minuten pro Individuum, kostengünstig und reproduzierbar", fasst Piqueret zusammen.

Ameisen als Krebsdetektoren: Schneller und kostengünstiger als Hunde – bahnbrechende Studie

Die Zelllinien stammen aus globalen Onkologie-Laboren. Nächster Schritt: Tests mit ganzen Organismen und Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Urin oder Speichel. "Keine direkte Patientenkontakt – Ameisen bleiben sicher getrennt", versichert Piqueret. Ein Schwarm auf der Haut? "Besser für Sprint-Training als Diagnose!"