Vor einigen Jahren habe ich für die BBC-Sendung Horizon einen Dokumentarfilm über Gesundheitstests gedreht. Dabei ließ ich mich einer umfassenden Reihe von Untersuchungen unterziehen, um herauszufinden, welche Tests wirklich lohnenswert sind.
Diese umfassten u. a. die Messung meines Blutdrucks, einen CT-Scan des Herzens (nur privat verfügbar), den PSA-Test auf Prostatakrebs sowie eine Koloskopie (eine Kamera wird eingeführt, um frühe Anzeichen von Darmkrebs zu erkennen).
Mein Fazit: Die Überprüfung von Blutdruck und Darm war absolut empfehlenswert. Viele andere Tests hingegen wecken unnötige Ängste, ohne nennenswerte Erkenntnisse zu liefern.
Der PSA-Test für Prostatakrebs ist ein klassisches Beispiel für eine Untersuchung, die mehr schaden als nutzen kann. Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Männern.
Während die Brustkrebssterblichkeit in den letzten 10 Jahren um ein Fünftel gesunken ist, stieg die Zahl der Prostatakrebs-Toten um 18 Prozent. In den nächsten 10 Jahren wird Prostatakrebs voraussichtlich der häufigste Krebs im Vereinigten Königreich.

Der Druck zur Früherkennung ist enorm. Doch der PSA-Test erzeugt viele falsch-positive Ergebnisse (Alarm, obwohl nichts vorliegt) und erkennt oft Krebsarten, die nie lebensbedrohlich werden. Autopsien zeigen: Etwa 70 Prozent der Männer über 80 haben Prostatakrebs, sterben aber an anderen Ursachen.
Mein Vater erlebte das exemplarisch: Mit Anfang 70 PSA-Test positiv, invasive Operation. Die Folgen prägten sein Lebensende. Möglicherweise war es ein langsam wachsender Tumor, an dem er ohne Behandlung gestorben wäre – er verstarb Jahre später an Herzversagen.
Randomisierte Studien belegen: Bei langsam wachsenden Tumoren ist 'Active Surveillance' (Abwarten und Beobachten) besser als Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie. Die Herausforderung: Wie unterscheidet man aggressive von harmlosen Formen?
Die gute Nachricht: Fortschrittliche Tests wie der multiparametrische MRT-Scan (mpMRT) der Prostata ermöglichen präzisere Bilder als herkömmliche MRTs.
Diese Scans sind im NHS verfügbar. Neuere Studien zeigen, dass mpMRT unnötige Biopsien und Überbehandlungen minimiert.
Da Biopsien und aggressive Therapien häufig zu Impotenz und Inkontinenz führen, würde ich bei Bedarf einen mpMRT wählen.