Eine neue Analyse von Experten aus 11 Instituten in China und den USA belegt: Im Jahr 2019 waren die Ozeane wärmer als jemals zuvor in der aufgezeichneten Geschichte.
Die letzten fünf Jahre gelten als die wärmsten seit Beginn der Messungen globaler Meerestemperaturen.
Die Studie, entwickelt am Institut für Physik der Atmosphäre (IAP) in Peking, basiert auf Beobachtungsdaten bis 2 km Tiefe. Datenlücken wurden präzise mit Computermodellen geschlossen.
2019 lagen die Meerestemperaturen etwa 0,075 Grad Celsius über dem Durchschnitt von 1981–2010 – das entspricht einem Wärmezuwachs von 228 Sextillionen Joule.
"Das sind tatsächlich viele Nullen", erklärt Hauptautor Dr. Lijing Cheng vom International Centre for Climate and Environment Sciences am IAP. "Zum Vergleich: Die Hiroshima-Bombe setzte rund 63 Billionen Joule frei. Die in 25 Jahren gespeicherte Meereswärme entspricht 3,6 Milliarden solcher Explosionen."
"Diese Ozeanerwärmung ist unbestritten und ein klares Indiz für die globale Erwärmung", betont Cheng. "Abgesehen von menschlichen Treibhausgasemissionen gibt es keine plausible Erklärung."
Die Forscher betonen: Eine Reduktion der Emissionen kann die Erwärmung bremsen.
Der Ozean reagiert jedoch träger als die Atmosphäre – Temperaturen werden weiter steigen, selbst nach Stabilisierung der Gaskonzentrationen.
Wärmere Meere fördern Verdunstung und damit extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Stürme und Brände weltweit.

"Die globale Erwärmung trieb 2019 Brände im Amazonas, Kalifornien und Australien an – dieser Trend hält 2020 an", warnt Dr. Cheng.
Selbst bei Erfüllung der Pariser Ziele wird die Ozeanerwärmung anhalten, warnen die Experten.
"Das ist nur der Anfang dessen, was kommt", sagt Co-Autor Dr. John Abraham von der University of St. Thomas in Minnesota. "Doch wir haben die Macht, zu handeln: Durch effizientere Energie und Diversifizierung der Quellen können wir das Tempo mindern."