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Klimawandel: Rekordsommer als wachsende Gefahr für die menschliche Gesundheit

Experten warnen eindringlich: Durch den Klimawandel werden Rekordsommer zur unvermeidlichen Realität.

Nur eine Woche nach dem drittwärmsten Tag seit Aufzeichnungsbeginn in Großbritannien – 37,8 °C am 31. Juli in Heathrow – kletterten die Temperaturen am 7. August im Südosten Englands auf 36 °C, die höchste Augusttemperatur seit 17 Jahren.

Dr. Michael Byrne, Dozent für Geo- und Umweltwissenschaften an der University of St. Andrews, bezeichnet zwei derart nah beieinanderliegende Rekorde als „ungewöhnlich“.

„Doch angesichts des beschleunigten Klimawandels ist das nicht überraschend“, erklärte er der Nachrichtenagentur PA. „Ohne drastische Maßnahmen gegen den Klimawandel werden Temperaturrekorde Jahr für Jahr gebrochen – das ist unausweichlich.“

Im neuesten Klimabericht des Met Office vom 31. Juli war das letzte Jahrzehnt im UK-Durchschnitt 0,9 °C wärmer als 1961–1990, 2019 sogar 1,1 °C darüber. Global ist die Erderwärmung seit der vorindustriellen Zeit (1850–1900) um 1 °C gestiegen.

„Ein Grad klingt gering, doch regional unterscheiden sich die Erwärmungen stark“, betont Byrne. „Über Land hat sich die Temperatur deutlich stärker erhöht. In 50–100 Jahren rechnen wir mit 2–3 °C Erwärmung, besonders über Land und Arktis – mit massiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Teile des Nahen Ostens könnten unbewohnbar werden.“

Klimawandel: Rekordsommer als wachsende Gefahr für die menschliche Gesundheit

Laut Met Office fielen alle zehn wärmsten Jahre Großbritanniens seit 2002, darunter der Rekord von 38,7 °C am 25. Juli 2019 im Cambridge Botanic Garden.

Byrne erinnert an die Hitzewelle 2003: In Frankreich fast 15.000 Todesopfer, meist Ältere; im Vereinigten Königreich 2.000 zusätzliche Todesfälle.

„Früher wirkte Klimawandel abstrakt. Die letzten fünf Jahre zeigen: Er passiert jetzt und lässt sich nicht mehr ignorieren“, sagt er.

Klimawandel: Rekordsommer als wachsende Gefahr für die menschliche Gesundheit

Prof. Ilan Kelman, Katastrophen- und Gesundheitsexperte am University College London, warnt: Steigende Temperaturen machen das Aufhalten im Freien „sehr gefährlich“, solange der Klimawandel nicht gestoppt wird.

„Diese Hitze passt zu den Prognosen unter Klimawandel – eine der alarmierendsten Bedrohungen für die Gesundheit. Ohne Gegenmaßnahmen werden sommerliche Hitze- und Feuchtigkeitswerte normal, machen Aufenthalte im Freien und Indoor ohne Kühlung lebensgefährlich. Zudem verschärft Hitze die Luftverschmutzung, was Krebs und Asthma begünstigt.“