Experten des renommierten Peter Doherty Institute for Infection and Immunity in Melbourne haben eine Variante des Wuhan-Coronavirus erfolgreich im Labor kultiviert. Dieser Meilenstein ebnet den Weg für präzise Diagnosen und die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die gefürchtete Erkrankung.
Der Durchbruch ermöglicht weltweit genaue Untersuchungen und Diagnosen. Dr. Julian Druce, Leiter des Virus Identification Laboratory am Doherty Institute, nannte die Erfolgsmeldung einen echten „Game Changer“.
Das Virus, das vermutlich aus der chinesischen Provinz Hubei stammt, forderte bis dato 132 Todesopfer und infizierte rund 6.000 Menschen weltweit.
„Chinesische Behörden haben die Genomsequenz des neuartigen Coronavirus veröffentlicht, was die Diagnose erleichtert. Mit dem echten Virus können wir nun alle Testverfahren validieren, verifizieren und auf Empfindlichkeit sowie Spezifität prüfen“, erläutert Druce.
„Das Virus dient als positives Kontrollmaterial für das australische Netzwerk öffentlicher Gesundheitslabore und wird an WHO-kooperierende Expertenlabore in Europa versendet.“
Aus einer Patientenprobe, die das Doherty Institute am Freitag erhielt, wurde das Virus gezüchtet. Es wird für einen Antikörpertest genutzt, der Infektionen auch bei symptomfreien Patienten nachweist.
Stellvertretender Direktor Dr. Mike Catton betonte: Das Team habe einen solchen Einsatz seit Langem geplant.

„Ein Antikörpertest erlaubt rückwirkende Untersuchungen verdächtiger Fälle, um die tatsächliche Verbreitung und Sterblichkeitsrate zu ermitteln. Zudem hilft er bei der Bewertung von Impfstoffkandidaten“, sagte Catton. „Wir haben für solche Szenarien seit Jahren geplant – deshalb war eine rasche Reaktion möglich.“