Forscher der RCSI University of Medicine and Health Sciences in Irland haben geklärt, wie schwere COVID-19-Patienten lebensgefährliche Blutgerinnsel entwickeln. Ihre Erkenntnisse könnten zu effektiven Präventionstherapien führen.
Die Studie erscheint im renommierten Journal of Thrombosis and Haemostasis.
Frühere Forschungen zeigen: Thrombosen sind eine Hauptursache für Todesfälle bei COVID-19.
Um die Mechanismen zu entschlüsseln, untersuchten die Experten Blutproben von Intensivpatienten am Beaumont Hospital in Dublin.
Sie entdeckten ein massives Ungleichgewicht zwischen dem gerinnungsfördernden Protein von Willebrand-Faktor (VWF) und seinem Regulator ADAMTS13. Im Vergleich zu gesunden Kontrollen zeigten COVID-19-Proben stark erhöhte VWF-Spiegel und reduzierte ADAMTS13-Werte.
Zusätzlich identifizierten sie Proteilveränderungen, die den ADAMTS13-Abbau begünstigen.
Dr. Jamie O’Sullivan, Studienleiterin und Forschungsdozentin am Irish Centre for Vascular Biology der RCSI, betont: „Diese Arbeit liefert entscheidende Einblicke in die Pathogenese schwerer Thrombosen bei COVID-19 und ebnet den Weg für bessere Behandlungen.“
„Wir analysierten Blutmarker dieser Patienten, um die Gerinnungsmechanismen zu verstehen“, erklärt O’Sullivan. „VWF-Konzentrationen waren fünf- bis sechsfach über dem Normalwert – ein klebriges Protein, das Blutplättchen bindet und Überblutungen verhindert.“
„Wir untersuchten, warum VWF so stark ansteigt und ob wir es therapeutisch senken können. Parallel sinkt ADAMTS13, der natürliche Gerinnungsregulator – ein perfekter Sturm für Komplikationen.“
„Weitere Studien sind nötig, um VWF- und ADAMTS13-Modulation als Therapie zu validieren. Dennoch treiben wir die Entwicklung von COVID-19-Behandlungen voran.“
O’Sullivan ergänzt: „Solange Impfstoffe weltweit knapp sind, brauchen Betroffene und Durchbruchinfizierte wirksame Optionen.“
Die Arbeit wurde von der Irish COVID-19 Vasculopathy Study (ICVS), dem Health Research Board und einem 3M-Stipendium finanziert.
Leitung: Prof. James O’Donnell (RCSI) und Kollegen am Beaumont Hospital.