Gefragt von: Josie Lott, London
Bei Hunden ist eine vegane Ernährung theoretisch machbar, in der Praxis jedoch äußerst anspruchsvoll. Hunde leben seit mindestens 14.000 Jahren mit uns Menschen zusammen und haben Verdauungsenzyme entwickelt, die den Abbau von Pflanzenstärke erleichtern – eine Anpassung an unsere gemeinsame Ernährung. Dennoch warnt eine Studie der University of California, Davis (2015), dass 25 Prozent der kommerziellen vegetarischen Hundefuttersorten ein unzureichendes Gleichgewicht essentieller Aminosäuren aufweisen. Hausgemachte vegan-vegetarische Diäten sind noch problematischer: Eine Untersuchung aus 1998 zeigte, dass 50 Prozent der betroffenen Hunde ernährungsbedingte Mängel entwickelten.
Bei Katzen ist das Füttern vegan noch schwieriger. Als reine Fleischfresser in der Wildnis benötigen sie Aminosäuren wie Taurin, die ausschließlich in tierischen Produkten vorkommen und nicht selbst synthetisiert werden können. Eine vegane Katzendiät muss daher präzise auf Alter und Körpergewicht abgestimmt sein.
Ein Taurinmangel kann zu Erblindung oder Herzinsuffizienz führen, ein Überschuss zu schweren Harnwegsproblemen. Fleisch liefert Taurin optimal, synthetisches Taurin in veganem Futter wird jedoch unterschiedlich aufgenommen – eine enorme Herausforderung für eine ausgewogene Versorgung.
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