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Rätsel der Ameisen-Kopfjäger gelöst: Chemische Tarnung von Formica archboldi enthüllt

In den späten 1950er Jahren entdeckten Forscher in Florida ein makabres Rätsel: Die Ameisenart Formica archboldi schmückte ihre Nester mit abgetrennten Köpfen viel größerer und aggressiverer Fangkieferameisen. Dieses bizarre Verhalten beschäftigt Entomologen seit Jahrzehnten – wie gelingt ihnen das?

Forscher der North Carolina State University haben nun mit Hochgeschwindigkeitskameras in den Nestern die Antwort gefunden.

F. archboldi tarnt sich chemisch als Fangkieferameise: Der wachsartige Substanzcocktail auf ihrem Körper ähnelt dem von zwei Arten dieser Beute. So nähern sie sich unbemerkt, lähmen die Opfer mit konzentrierter Ameisensäure – normalerweise nur zur Abwehr genutzt – und töten sie mit ihren kräftigen Kiefern. Die Leichen werden ins Nest geschleppt und systematisch zerstückelt.

„Die Studie basiert auf einer kuriosen Notiz aus einer 60 Jahre alten Arbeit. Diese Köpfe waren kein Zufall, sondern bergen spannende Biologie“, sagt Prof. Adrian Smith, Leiter des Labors für Evolutionsbiologie und Verhaltensforschung an der North Carolina State University.

„Überraschend: F. archboldi ahmt chemisch zwei Fangkieferameisenarten nach. Solche Varianten sind bei einer Art selten. Mimikry dient meist Parasiten, doch F. archboldi ist keiner“, ergänzt Smith.