Die Begriffe „Spinne“ und „Milch“ passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Doch Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Yunnan haben bei der Art Toxeus magnus genau das beobachtet: Eine Spinnenmutter ernährt ihren Nachwuchs mit eigener Milch.
Diese in Taiwan heimische, ameisenähnliche Springspinne zeigt ein verblüffendes Verhalten. Die Wissenschaftler entdeckten es zufällig im Labor, als Jungspinnen an der Mutter hingen – ähnlich wie Säuglinge bei ihren Müttern.
Normalerweise produzieren nur Säugetiere Milch für ihre Jungen. Einige Vögel nutzen „Erntemilch“, doch bei Spinnen ist solch intensive Fürsorge extrem selten.
Weibchen legen bis zu 36 Eier. Nach dem Schlüpfen saugen die Jungtiere zunächst Milchtröpfchen um das Nest. Bald wechseln sie zum direkten Saugen am Eiablagetrakt der Mutter – und das bis zum 40. Lebenstag, obwohl sie längst jagdfähig sind.
Im Experiment bemalten Forscher die Mutter, um den Milchfluss zu blockieren: Alle Jungtiere unter 20 Tagen starben. Ohne Mutter wuchsen Ältere langsamer und erreichten seltener das Adultstadium. Die Milch verschafft einen entscheidenden Wachstumsvorteil.