DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Korallen erzeugen schillernde Neonfarben als natürlichen Sonnenschutz vor Ausbleichen

Einige Korallenarten produzieren einen natürlichen "Sonnenschutz" in Form schillernder Neonfarben, um sich vor steigenden Meerestemperaturen zu schützen. Das zeigen neue Forschungsergebnisse der University of Southampton.

Die Wissenschaftler des Korallenrifflabors der Universität erklären in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology, dass viele Korallen in einer empfindlichen Symbiose mit Algen leben, die in ihren Zellen eingebettet sind.

Mehr zu Korallen entdecken:

  • Hitzetolerante Mikroalgen könnten Korallenriffe vor dem Ausbleichen bewahren
  • KI verwendet Deep Learning, um hitzebeständige Korallenriffe zu finden

Schon ein Temperaturanstieg um nur 1 °C kann diese Partnerschaft zerstören: Die Algen werden vertrieben, das transparente Gewebe der Koralle legt das weiße Kalksteinskelett frei – mit tödlichem Ausbleichen als Folge.

Die Studie offenbart jedoch: Bei milden oder kurzen Erwärmungen bilden einige Korallen ein farbenfrohes Display als Sonnenschutz. Dies regt die Algen in einer "optischen Rückkopplungsschleife" zur Rückkehr an.

Ohne Algen droht den Korallen Überhitzung durch ungenutztes Licht. Die leuchtenden Farben machen das Korallengewebe wieder attraktiv für die Symbionten.

Korallen erzeugen schillernde Neonfarben als natürlichen Sonnenschutz vor Ausbleichen

Professor Jörg Wiedenmann, Leiter des Korallenrifflabors, erklärt: "Unsere Forschung deckt einen selbstregulierenden Mechanismus auf – eine optische Rückkopplungsschleife, an der Koralle und Algen gemeinsam wirken."

"In gesunden Korallen absorbieren die Pigmente der Algen das meiste Sonnenlicht. Beim Verlust der Symbionten reflektiert das weiße Skelett das Licht im Gewebe – ein Stressfaktor, der die Rückkehr der Algen behindert."

Mehr zu Algen:

  • 18 erstaunliche Fakten über Algen, die Ihnen helfen, diesen Schlüsselorganismus der Welt zu verstehen und zu schätzen
  • Milliarden Jahre altes Algenfossil: Algen sind 200 Millionen Jahre älter als angenommen

Wiedenmann fährt fort: "Trotz Stress produzieren intakte Korallenzellen lichtschützende Pigmente. Diese Schicht erleichtert die Algenrückkehr. Sobald die Photosynthese wieder anspringt, sinkt die Lichtintensität – und die Pigmentproduktion normalisiert sich."

Dr. Cecilia D’Angelo, Expertin für molekulare Korallenbiologie in Southampton, ergänzt: "Ausbleichen ist nicht immer tödlich. Bei mildem Stress können Korallen die Symbiose wiederherstellen."

"Leider verursachen aktuelle globale Bleicheereignisse durch Rekordwässer hohe Sterberaten – ein Kampf ums Überleben für die Weltmeere."