Schwestern halten zusammen: Giraffenweibchen, die stabile Herden mit anderen Weibchen bilden, weisen eine deutlich höhere Überlebensrate auf als weniger soziale Artgenossinnen. Das ergab eine Langzeitstudie der Universität Zürich.
Auch wenn Giraffengruppen fließend sind und sich mehrmals täglich ändern können, pflegen adulte Weibchen lebenslange, spezifische Freundschaften.
Um die Effekte dieser Beziehungen zu beleuchten, beobachteten Forscher über fünf Jahre das Verhalten wilder Giraffen in Tansania. Mithilfe von Algorithmen, ähnlich denen aus der Social-Media-Analyse, bewerteten sie die Geselligkeit der Tiere.

„Gruppierung mit mehr Weibchen – also höhere Geselligkeit – hängt mit besserem Überleben weiblicher Giraffen zusammen, auch bei wechselnden Gruppen“, erklärt Co-Autorin Monica Bond, Doktorandin an der Universität Zürich.
„Dieser soziale Faktor übertrifft sogar Umwelteinflüsse wie Vegetation oder Nähe zu menschlichen Siedlungen.”
„Für weibliche Giraffen ist es vorteilhaft, sich mit vielen anderen zu vernetzen und ein Gefühl der großen Gemeinschaft zu entwickeln.”
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Außer Wilderei sind bei adulten Weibchen Krankheiten, Stress oder Mangelernährung die Haupt-Sterbeursachen.
Größere Gruppen erlauben den Austausch über beste Futterquellen, die Aufteilung der Jungtierbetreuung und Abwehr ungewollter Annäherungen durch Männchen – Faktoren, die Stress mindern und die Lebensdauer verlängern, so das Forschungsteam.
Diese Studie stammt aus einem jahrzehntelangen Projekt in der Tarangire-Region (Tansania), das über 1.000 km² umfasst und mehrere Gruppen mit 60 bis 90 adulten Weibchen untersuchte – die umfangreichste Untersuchung dieser Art bisher.