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Fledermäuse meistern die Jagd: Winzige Sensoren enthüllen präzise Echoortung

Laut einer neuen Studie passen Fledermäuse ihre Echoortung bei der Jagd fein ab, indem sie Flugbahn und Ruflautstärke gezielt steuern.

Ein internationales Forscherteam hat dies mithilfe winziger Computer aufgezeichnet, die an wilde Große Mausohren in Bulgarien angebracht wurden. So konnten die Echoortungsrufe direkt vor Ort erfasst werden.

Die Ergebnisse zeigen: Jagende Fledermäuse verengen ihr sensorisches Wahrnehmungsfeld um das Tausendfache, um sich voll auf die Beute zu konzentrieren und Störungen durch andere Echos zu minimieren.

„Wir haben die Welt durch die Ohren der Fledermäuse erlebt, indem wir ihre Echos direkt an Bord aufgezeichnet haben, während sie nachts nach Insekten jagten“, erklärt Hauptautorin Dr. Laura Stidsholt von der Universität Aarhus in Dänemark. „Mit den Tags wollten wir herausfinden, wie Fledermäuse steuern, was sie ‚sehen“, wenn sie in Bruchteilen von Sekunden winzige Insekten jagen.”

„Aus den Aufnahmen konnten wir Echos von Beute und Vegetation identifizieren und tracken. Überraschend: Die Fledermäuse orientieren sich an extrem schwachen Beuteechos, die für uns wie ein Flüstern klingen.“

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Co-Autor Dr. Holger Goerlitz vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Deutschland vergleicht es mit „einer akustischen Version des Tunnelblicks, die ihre Welt für kurze Momente vereinfacht“.

„Diese schwachen Beuteechos entstehen durch die kleinen sensorischen Volumina, die so geformt sind, dass sie inmitten von Hintergrundstören jagen“, ergänzt er.

Die Studie erscheint im renommierten Journal Science Advances.