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Gorilla-Brustschläge verraten Körpergröße: Studie des Max-Planck-Instituts liefert neue Erkenntnisse

Langjährig gilt der schnelle Brustschlag von Berggorillas als Kommunikationssignal. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben nun entdeckt, dass diese markanten Trommelgeräusche auch die Körpergröße der Männchen preisgeben.

Ein deutsches Forschungsteam analysierte die Audiofrequenzen und fand heraus, dass die Brustschläge größerer Silberrücken-Gorillas „signifikant niedriger“ sind als die kleinerer Tiere. Dies gibt Hinweise auf ihre Stärke.

Brustschläge dienen Gorillas zur Einschätzung der Kampfkraft von Rivalen oder zur Einschüchterung von Feinden. Weibchen könnten sie nutzen, um starke Partner auszuwählen. (Hinweis: Selbst King Kongs Schläge hätten laut Experten gegen Godzilla kaum geholfen.)

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In einer Studie, veröffentlicht in Scientific Reports, beobachteten und zeichneten Wissenschaftler 25 wilde adulte männliche Silberrücken-Gorillas im Volcanoes-Nationalpark in Ruanda auf.

Die Körpergröße wurde durch Messung des Abstands zwischen den Schulterblättern ermittelt.

Aus Audioaufnahmen analysierten die Forscher Dauer, Anzahl und Frequenzen von 36 Brustschlägen sechs Männchen. Größere Exemplare wiesen niedrigere Spitzenfrequenzen auf.

Größere Männchen besitzen vermutlich voluminösere Luftsäcke nahe dem Kehlkopf, die die Schallfrequenzen senken.

„Der Brustschlag ist eines der ikonischen Geräusche der Tierwelt. Es ist faszinierend, dass die Körpergröße in diesen spektakulären Signalen kodiert ist“, erklärt Dr. Edward Wright, Erstautor der Studie vom Max-Planck-Institut in Leipzig.

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Die Experten stellten zudem Variationen in Dauer und Anzahl der Schläge fest, unabhängig von der Größe.

Diese könnten in dichten Wäldern zur individuellen Identifikation dienen, wo Sichtkontakt erschwert ist.

„Dies deutet auf individuelle Signaturen in Brustschlägen hin, weitere Studien sind nötig“, betont Wright.