Verheerende Naturkatastrophen fördern Solidarität bei Menschen – und neue Forschung zeigt: Ähnliches gilt für Affen.
Ein internationales Team aus der University of Pennsylvania und der University of Exeter hat beobachtet, dass Rhesusmakaken auf Cayo Santiago, Puerto Rico – der berühmten „Affeninsel“ –, nach Hurrikan Maria 2017 toleranter wurden und ihr soziales Netzwerk erweiterten.
Die Wissenschaftler untersuchten die Population bereits vor dem Sturm, der Puerto Rico verwüstete und über 3.000 Menschenleben forderte.

Das Team stellte fest, dass die Makaken nach dem Hurrikan plötzlich offener gegenüber anderen waren, einschließlich früherer Rivalen.
„Wir erwarteten, dass die Affen ihre engen Verbündeten stärken würden, um die Zerstörung zu überstehen“, erklärt Prof. Dr. Lauren Brent von der University of Exeter. „Stattdessen erweiterten die Makaken ihre sozialen Netzwerke und teilten knappe Ressourcen wie schattige Plätze toleranter.“
Drei Jahre später hielten die neuen Bindungen an: Die Tiere saßen gemeinsam oder putzten sich gegenseitig.
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Die Zunahme sozialer Kontakte wurde vor allem von zuvor isolierten Tieren getrieben. Sie knüpften Beziehungen zu Freunden ihrer Freunde – der Weg des geringsten Widerstands.
Die Studie untermauert die Hypothese, dass starke soziale Bindungen Primaten bei extremen Umweltveränderungen helfen.
„Diese Tiere passen ihre Netzwerke dynamisch an“, sagt Camille Testard, Doktorandin an der University of Pennsylvania. „Isolierte Individuen brechen aus, neue Beziehungen entstehen.“

Als Nächstes wollen die Forscher Langzeiteffekte prüfen – mit Implikationen für menschliches Verhalten in Krisen.
„Soziale Beziehungen beeinflussen unsere Gesundheit enorm, vergleichbar mit Risikofaktoren wie Rauchen“, betont Prof. James Higham von der New York University. „Wie gesellschaftliche Veränderungen nach Katastrophen unsere Biologie prägen, zeigt diese Forschung.“
Die Ergebnisse erschienen in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology.