Astronomen haben ungewöhnliche Objekte entdeckt, die gasartig erscheinen, sich jedoch wie Sterne verhalten. Sie umkreisen das supermassereiche Schwarze Loch in unserer Galaxie.
Vier neue Objekte wurden in enger Umlaufbahn um Sagittarius A* beobachtet, das sich etwa 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Sie ergänzen die zuvor entdeckten G1 (2005) und G2 (2014).
Diese Objekte faszinieren die Wissenschaftler: Meist wirken sie kompakt, dehnen sich jedoch aus, wenn sie dem Schwarzen Loch näherkommen. Ihre Umlaufzeiten umfassen 100 bis 1.000 Jahre – deutlich länger als die 365 Tage der Erdbahn um die Sonne.
Forscher der University of California in Los Angeles (UCLA) haben die Neuen G3, G4, G5 und G6 getauft.
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In der Fachzeitschrift Nature begründen die Wissenschaftler ihre Hypothese: Alle sechs Objekte waren einst Doppelsternsysteme, die durch die immense Gravitation des Schwarzen Lochs verschmolzen sind.
Dieser Prozess dauert jedoch nicht über Nacht, sondern mehr als eine Million Jahre, erklärte Co-Autorin Andrea Ghez von der UCLA.
„Sterneverschmelzungen könnten im Universum häufiger vorkommen als gedacht“, betonte sie. „Schwarze Löcher könnten Doppelsterne zum Fusionsprozess anregen. Viele der beobachteten Sterne, die wir bisher nicht verstanden haben, könnte das ruhende Endprodukt solcher Verschmelzungen sein.“
„Wir gewinnen Einblicke in die Entwicklung von Galaxien und Schwarzen Löchern. Die Interaktion von Doppelsternen untereinander und mit dem Schwarzen Loch unterscheidet sich grundlegend von der von Einzellstern.“
Das Team untersucht bereits weitere Kandidaten aus derselben Objektfamilie.
Diese Forschung beleuchtet Prozesse, die in den Zentren der meisten Galaxien ablaufen – auch wenn unser Sonnensystem „in den Vororten“ liegt, im Vergleich zum galaktischen Kern, so Ghez.