Die NASA beauftragt die Privatwirtschaft mit dem Bau der ersten Mondlander für Astronauten seit über einem halben Jahrhundert – drei konkurrierende Konzepte stehen im Rennen.
NASA-Administrator Jim Bridenstine kündigte am Donnerstag die drei ausgewählten Unternehmen an, die Mondlander entwickeln, bauen und betreiben werden. Ziel: Astronauten 2024 zum Mond und letztlich zum Mars zu bringen.
Die Gewinner sind SpaceX aus Hawthorne, Kalifornien, unter Leitung von Elon Musk (Tesla); Blue Origin aus Kent, Washington, gegründet von Jeff Bezos (Amazon); sowie Dynetics, eine Tochter von Leidos in Huntsville, Alabama. Die Verträge für den ersten 10-Monats-Abschnitt umfassen insgesamt 967 Millionen US-Dollar.
„Dies ist das fehlende Puzzleteil, um 2024 den Mond zu erreichen“, betonte Bridenstine.
Es handelt sich um den ersten Mondlander seit der Apollo-Mission 1972.
In den kommenden 10 Monaten verfeinern die Unternehmen ihre Konzepte; die NASA entscheidet dann, welcher Lander zuerst getestet wird.
Bridenstine erklärte, bis 2024 werde das Unternehmen mit der höchsten Erfolgsaussicht ausgewählt.
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Die NASA setzt auf ihre Orion-Kapseln und die Megaraketen des Space Launch Systems (SLS, in Entwicklung), um Astronauten zum Mondorbit zu bringen.
Die Angebote von Boeing und Vivace wurden frühzeitig abgelehnt, sodass diese drei Verträge vergeben wurden.

SpaceX' Lander ist so groß, dass Astronauten einen Aufzug nutzen, um zur Mondoberfläche und zurück zu gelangen.
Blue Origins Version zeigt in künstlerischen Renderings eine große Leiter. Der Dynetics-Lander ist bodennah konzipiert – wie eine Veranda –, was nur wenige Schritte erfordert und von der NASA für Sicherheit und Effizienz gelobt wird.
SpaceX setzt auf sein eigenes Starship (in Entwicklung in Texas) und eigene Raketen. Blue Origin und Dynetics kooperieren mit Subunternehmern, darunter kommerzielle Trägerraketen.

Kommerzialisierung senkt Kosten und verbessert den Zugang, so Bridenstine.
Dies baut auf NASAs kommerziellen Fracht- und Crew-Programmen für die ISS auf.
Im November zuvor erhielten SpaceX und Blue Origin Aufträge für Mondfrachtlieferungen.

Das Artemis-Programm soll nachhaltig sein – im Gegensatz zu Apollo – mit mehreren Missionen und Landestellen.
Nur eines der Unternehmen bringt die erste Frau und den nächsten Mann zum Mond, doch alle drei sind langfristig involviert, wie NASA-Vertreter betonten.
Erfahrungen auf dem Mond rüsten die NASA optimal für Mars-Missionen aus, schloss Bridenstine.
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