Renommierte Wissenschaftler haben ein langjähriges Rätsel auf dem Mars geknackt: Die riesigen Landformen, die wie uralte Lavaströme wirken, entstehen tatsächlich durch Schlammflüsse.
Zehntausende dieser Formationen erstrecken sich über Hunderte Kilometer auf der Oberfläche des Roten Planeten. Sie bilden sich dort, wo vorzeitliche Flüssigkeiten bergab flossen und gewaltige Kanäle ausspülten.
Sie ähneln verblüffend den Lavaströmen auf Hawaii – doch ihre wahre Entstehung blieb Forschern bislang verborgen.
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Ein Team europäischer Experten von der Open University in Großbritannien simulierte in der speziellen "Mars Chamber" die Bedingungen auf dem Roten Planeten: niedrigen Luftdruck und Temperaturen von -20 °C im Vakuum.
Unter irdischen Bedingungen floss der Schlamm flüssig dahin. Unter Marsbedingungen jedoch fror er rasch eine Kruste ein, aus der neuer flüssiger Schlamm durch Risse austrat und erneut gefror – genau wie die Strukturen auf Rover-Fotos.

Diese katastrophalen Überschwemmungen, vergleichbar mit den gewaltigsten Fluten auf der Erde, sickerten in den Untergrund, nahmen Sedimente auf und drangen als Schlamm wieder hervor. Dieser "Sedimentvulkanismus" könnte auch auf dem Zwergplaneten Ceres wirken, der unter seiner Eiskruste einen schlammigen Ozean bergen könnte.
"Wir vermuten, dass Schlammvulkanismus die Bildung einiger Lava-ähnlicher Strömungsmorphologien auf dem Mars erklären kann", erklärt Dr. Petr Brož, leitender Autor der Studie an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. "Ähnliche Prozesse könnten auf eisigen Körpern im äußeren Sonnensystem wie Ceres ablaufen."