Dr. Douglas Vakoch ist Präsident von Messaging Extraterrestrial Intelligence (METI) mit Sitz in Kalifornien. Als Astrobiologe, Forscher zu außerirdischer Intelligenz und Psychologe sowie gewähltes Mitglied des International Institute for Space Law bringt er fundierte Expertise mit. Vor der Gründung von METI arbeitete er 16 Jahre bei SETI und hat zahlreiche Bücher zu Psychologie, Weltraumforschung und außerirdischer Intelligenz herausgegeben.
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Die Öffentlichkeit kennt SETI – die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Sie leiten METI (Messaging Extraterrestrial Intelligence). Was macht Ihre Organisation?
METI kehrt den SETI-Prozess um. Während SETI nach Radio- oder Lasersignalen aus dem All lauscht, senden wir bei METI kraftvolle, gezielte Botschaften an nahe Sterne – in der Hoffnung auf eine Antwort.
Warum Signale senden? Und wie hilft das bei der Entdeckung außerirdischen Lebens?
Meine größte Sorge: Es gibt möglicherweise viele Zivilisationen, die wie wir nur lauschen, aber nicht "Hallo" sagen. METI beteiligt uns aktiv an der galaktischen Konversation.

Wurden solche Nachrichten bereits verschickt?
Ja, sporadisch. Die berühmteste stammt vom Arecibo-Teleskop in Puerto Rico: Eine dreiminütige Botschaft mit Zahlen 1 bis 10 im Binärcode, chemischen Elementen, DNA-Beschreibung, Mensch, Sonnensystem und Teleskop. Sehr ambitioniert in kurzer Zeit.
Im Gegensatz dazu wählt METI prägnante, verständliche Inhalte – wie eine Fibel für außerirdische Wissenschaftler statt einer Enzyklopädie.
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Ist die Arecibo-Nachricht wahrscheinlich hörbar? Drei Minuten sind flüchtig.
Sie war ein Einzelausbruch ohne SETI-Protokolle und zielte auf M13 (25.000 Lichtjahre entfernt) – Antwort erst in 50.000 Jahren. 2017 sandten wir von Norwegen dreimal wiederholt an Luyten’s Star (12 Lichtjahre), der einen Exoplaneten in der habitablen Zone hat.
Ziel ist eine spezifische Botschaft oder nur unser Vorhandensein?
Vielfältige Botschaften. Arecibo enthielt Bilder (Mensch, DNA), aber was, wenn Außerirdische blind sind? Unsere Luyten-Nachricht ist sehbehindertengerecht: Sie kodiert Zeit, Frequenz und Physik des Signals selbst – universell verständlich.

Keine Exklusivität für Funk; wir entwickeln vielfältige Medien.
Ist das Risiko groß, an Unbekannte zu signalisieren?
Fortgeschrittene Zivilisationen wüssten bereits von unserer Leckstrahlung (BBC etc. bis 500 Lichtjahre). Unsere Atmosphäre verrät Leben seit Milliarden Jahren. METI adressiert das Fermi-Paradoxon ("Wo sind sie?") via Zoo-Hypothese: Wir sind wie Zebras im Zoo – erst ein Signal macht uns interessant.

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Erwarten Sie Antworten?
Bei Geduld ja – wiederholen wir es oft genug, haben wir Chancen. Kein Hype für 2042, aber langfristig realistisch.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 357 des BBC Science Focus Magazine – Erfahren Sie hier, wie Sie sich anmelden können