Energy-Drinks sind bei vielen der erste Griff, um Müdigkeit zu bekämpfen. Doch eine Studie der Thomas J. Long School of Pharmacy and Health Sciences in Stockton, Kalifornien, warnt: Der rasche Konsum großer Mengen kann den Herzrhythmus erheblich stören und lebensbedrohliche Arrhythmien auslösen.
Die Wissenschaftler testeten dies an 34 gesunden Freiwilligen im Alter von 18 bis 40 Jahren. An drei verschiedenen Tagen tranken sie nach Zufallsprinzip entweder zwei 500-ml-Dosen eines handelsüblichen Energy-Drinks oder ein Placebo-Getränk. Die Getränke wurden innerhalb von 60 Minuten konsumiert, maximal eine Dose pro 30 Minuten.
Beide Energy-Drinks enthielten 152 bis 160 mg Koffein pro Dose – eine Menge, die allein normalerweise keinen Herzrhythmus-Einfluss hat. Weitere Inhaltsstoffe waren Taurin (eine Aminosäure), Glucuronolacton (aus Pflanzen und Bindegewebe) sowie B-Vitamine. Das Placebo bestand aus kohlensäurehaltigem Wasser, Limettensaft und Kirscharoma.
Mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) überwachten die Forscher vier Stunden lang in 30-Minuten-Abständen die Herzaktivität. Besonderes Augenmerk galt dem QT-Intervall, das die Erholungszeit der Herzkammern misst. Ein zu langes oder zu kurzes Intervall erhöht das Risiko für gefährliche Arrhythmien.
Ergebnis: Nach Konsum beider Energy-Drinks verlängerte sich das QT-Intervall um 6 bzw. 7,7 Millisekunden im Vergleich zum Placebo – ein statistisch signifikanter Unterschied.
"Wir beobachteten Veränderungen im QT-Intervall und Blutdruck, die nicht allein auf Koffein zurückzuführen sind. Es ist dringend nötig, spezifische Inhaltsstoffe oder Kombinationen zu untersuchen", erklärt Studienleiter Professor Sachin A. Shah. "Die Öffentlichkeit sollte die Risiken kennen, besonders bei Vorerkrankungen. Gesundheitsfachkräfte sollten Patienten mit Long-QT-Syndrom oder Hypertonie zu Mäßigung raten."