Forscher von renommierten Universitäten wie Stanford, Harvard und mehr nutzen bioinspirierte Roboter, um das Verhalten von Tieren von Kakerlaken bis Wanderfalken hautnah und verdeckt zu untersuchen. Diese Biobots überschreiten die Grenzen der Technik und liefern wertvolle Erkenntnisse. Ein Überblick über bahnbrechende Entwicklungen.
Fledermausroboter B2, USA

Der Flug der Fledermäuse ist hochkomplex und basiert auf einem flexiblen System aus Muskeln, Knochen und einer elastischen Hauthülle – im Gegensatz zu den starren Federn bei Vögeln. US-Forscher der Northeastern University haben genau das nachgeahmt: Den Roboterfledermaus „B2“ mit einer nur 56 Mikrometer dicken Silikonhaut ausgestattet.
In einer Studie der Science Robotics beschreiben sie, wie B2 seine Flügelstruktur in der Luft verändert, ohne Aerodynamik oder Wendigkeit zu verlieren. Der Roboter meistert scharfe Tauchmanöver und Schräglagen, ahmt echte Fledermäuse nach und inspiriert agile Drohnen für unzugängliche Gelände – ohne Risiko für Mensch oder Maschine.
Wanderfalken-Roboter, USA

Stanford-Ingenieur William Roderick wollte mit Robotik die Umwelt schützen. Inspiriert von Vögeln, die sich auf Ästen niederlassen, entwickelte er mit Prof. Mark Cutkosky und Prof. David Lentink (Universität Groningen) vogelähnliche Greifkrallen für Flugroboter.
Diese ermöglichen Landungen auf unregelmäßigen Ästen. Eine Science Robotics-Studie von 2021 detailliert die nach Wanderfalken modellierten Beine: Motoren drehen die Hüften, künstliche Sehnen beugen die Zehen. Potenzial: Umweltüberwachung bei Waldbränden oder Wildtierbeobachtung.

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Rattenroboter WR-5, China & Japan

Um psychische Störungen zu erforschen, dienen Ratten als Modelle. Doch soziale Interaktionen variieren. Chinesisch-japanische Teams schufen WR-5, eine Roboterratte, die standardisiert mit Ratten interagiert.
WR-5 beeinflusste Verhalten, förderte Paarungen und könnte gestresste Labortiere beruhigen. Zukünftig komplexere Verhaltensweisen wie Putzen möglich.
Falken-Roboter, Großbritannien

Ein Roboterfalke testet: Schützen Tiere die Gruppe oder sich selbst? Britisch-niederländische Forscher infiltrierten Taubenschwärme.
Statt egoistischer Verdichtung („egoistische Herde“-Theorie) kooperierten Tauben optimal. Eine 2021er Current Biology-Studie widerlegt Egoismus und betont Gruppenschutz für individuelles Überleben.
Guppy-Roboter, Deutschland

Fischschwärme zeigen komplexes Sozialverhalten. Deutsche Forscher nutzten einen 3D-gedruckten Roboterfisch, magnetisch gesteuert, um Guppy-Gruppen zu studieren (Biology Letters, 2020).
Er kopierte Geschwindigkeit und Abstand. Ergebnis: Schnellere Fische verbessern Koordination. „Individuelle Geschwindigkeiten und soziale Reaktionsfähigkeit sind entscheidend für Gruppenleistung“, schlussfolgern die Experten.
Kakerlakenroboter, USA

Harvard-Ingenieure schufen einen 4,5 cm langen, 1,5 g schweren Bot mit vier Beinen, der wie Kakerlaken krabbelt und Wände erklimmt – inklusive Triebwerkinnere.
Finanziert von Rolls-Royce für Inspektionen. Elektroadhäsion simuliert Klebepads: Gegensatzladungen haften. Perfekt für enge Räume.
Bienen- und Fischroboter, Europa

2019 koordinierten Teams von vier europäischen Unis Bienen und Zebrafische via Roboter-Agenten – 680 km entfernt.
Robo-Fische nutzten Farben/Schwanz, Bienenroboter Vibration/Temperatur. Innerhalb 30 Minuten synchronisierten sich Schwärme und übernahmen Verhaltensmerkmale.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 374 des BBC Science Focus Magazine – Erfahren Sie hier, wie Sie sich anmelden können
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