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Karotten und Nachtsicht: Mythos aus dem Zweiten Weltkrieg und wissenschaftliche Fakten

Karotten verleihen Ihnen keine Superkräfte für perfektes Sehen in der Dunkelheit, doch ihr regelmäßiger Verzehr fördert nachweislich die Gesundheit Ihrer Augen.

Der Mythos wurzelt in der Propaganda des Zweiten Weltkriegs. Britische Piloten schossen feindliche Bomber bei nächtlichen Angriffen auf London ab – dank geheimer Radartechnologie. Um dies zu verschleiern, verbreiteten die Briten das Gerücht, ihre Flieger würden Karotten essen, um die Nachtsicht zu steigern. Ob die Deutschen darauf hereinfielen, ist unklar, doch die britische Öffentlichkeit glaubte es, gestützt durch Regierungsanzeigen wie: „Karotten halten Sie gesund und helfen Ihnen, im Stromausfall zu sehen“.

Karotten sind reich an Beta-Carotin, einem orangefarbenen Pigment. Enzyme im Körper wandeln es in Vitamin A (Retinol) um, das für die Augengesundheit unerlässlich ist.

Weitere Enzyme verwandeln Retinol in Retinal, das für das Pigment Rhodopsin essenziell ist. Rhodopsin in den Stäbchen der Netzhaut ermöglicht das Sehen bei schwachem Licht. Karotten halten diese Zellen in Topform – ohne Vitamin A droht Nachtblindheit.