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Elektrische Hirnstimulation verbessert Lesegenauigkeit bei Legasthenie – Studie der Uni Genf

Eine Studie der Universität Genf belegt: Elektrische Stimulation des Gehirns kann Legasthenikern helfen, ihre Lesegenauigkeit zu steigern, indem rhythmische neuronale Muster wiederhergestellt werden.

Legasthenie ist eine Lernstörung, die durch Schwierigkeiten beim Erkennen von Lauten in Wörtern und ihrer Zuordnung zu Buchstaben gekennzeichnet ist. Betroffene haben oft lebenslange Herausforderungen beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben – bis zu 10 % der britischen Bevölkerung sind davon betroffen.

Mögliche Ursachen sind vielfältig, doch ein phonologisches Defizit gilt als häufigstes: Probleme bei der Verarbeitung von Sprachlauten. Dies hängt mit Veränderungen in rhythmischen neuronalen Mustern zusammen, insbesondere Low-Gamma-Oszillationen (ca. 30 Hz) im linken Hör cortex, einer Region für Klangverarbeitung.

Das Forschungsteam testete dies mit transkraniellem Wechselstrom (tACS): 20 Minuten Stimulation am linken Hör cortex bei 15 Erwachsenen mit Legasthenie und 15 flüssigen Lesern. Ergebnis: Bei Legasthenikern verbesserten sich phonologische Verarbeitung und Lesegenauigkeit sofort – besonders bei 30 Hz.

Bei schwachen Lesern war der Effekt am stärksten, während gute Leser eine leichte Störung zeigten.

Diese Erkenntnisse eröffnen Perspektiven für nicht-invasive Therapien bei Legasthenie, möglicherweise sogar langfristige Lösungen, betonen die Forscher.

"Nächste Schritte: Prüfen, ob Normalisierung der Oszillationen bei Kleinkindern das Lesesystem dauerhaft stärkt – oder ob Neurofeedback noch schonender wirkt", erklärt Lead-Forscherin Dr. Silvia Marchesotti.