Ein bahnbrechendes Gerät könnte die Verschreibung von Antibiotika revolutionieren, indem es Bakterien im menschlichen Atem präzise erkennt, so Wissenschaftler der University of Warwick.
Experten haben eine Maschine mit 'elektronischer Nase' entwickelt, die viralen oder bakteriellen Infektionen unterscheidet und unnötige Antibiotika-Behandlungen vermeidet.
Patienten mit Atemwegsinfektionen in Hausarztpraxen können so frühzeitig erfahren, ob es sich um eine harmlose Erkältung oder Grippe handelt.
Der Test funktioniert einfach: Der Patient bläst in einen Schlauch – ähnlich wie bei einem Polizeialkoholtest. Die Maschine analysiert die Atemprobe und identifiziert spezifische Chemikalien, die auf Bakterien hinweisen.
Professor James Covington von der University of Warwick, Leiter der Entwicklung dieser 'elektronischen Nase', hofft, dass die Technologie den Antibiotikakonsum langfristig senkt. 'Ich möchte unsere wertvollen Medikamente länger haltbar machen', erklärt er. 'Wir analysieren den Atem, um biologische Prozesse im Körper zu erfassen. So können wir die Verschreibungen um bis zu 20 Prozent reduzieren – eine enorme Einsparung.'
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Vorlaufige Ergebnisse des BreathSpec-Projekts unter Leitung von Imspex zeigen eine Genauigkeit von 80 Prozent, wie Prof. Covington auf dem British Science Festival in Coventry und Warwickshire berichtete.
Über 18 Monate wurden 1.112 Teilnehmer aus sieben Krankenhäusern und zwei Hausarztpraxen rekrutiert – darunter Einrichtungen in Liverpool, Leicester, Cardiff, Edinburgh und Blackpool.
Davon hatten 406 eine Infektion der oberen Atemwege: 376 viral, 30 bakteriell. Bei 520 mit unteren Atemwegsinfektionen waren 272 viral und 248 bakteriell. 186 Teilnehmer hatten keine Infektion.
'Wir waren zu 80 Prozent genau und konnten bei acht von zehn Patienten virale Infektionen wie Erkältung oder Grippe sicher ausschließen', betont Prof. Covington. 'Ideal für schnelles Screening in der Praxis.'