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Extremer Schneefall 2018: Katastrophales Jahr für Arktis-Ökosystem in Zackenberg, Grönland

Im Jahr 2018 vermochten in Zackenberg im Nordosten Grönlands nur wenige Pflanzen- und Tierarten sich fortzupflanzen. Der Grund: Riesige Schneemengen bedeckten den Boden bis tief in den Sommer und verhinderten die Vermehrung, wie dänische Forscher in einer umfassenden Studie nachweisen.

Die Arktis beherbergt eine hoch spezialisierte Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die perfekt an extreme klimatische Bedingungen angepasst sind. Doch der Klimawandel verändert dies grundlegend: Langfristige Erwärmung, schrumpfende Schneedecken und zunehmende Extremereignisse stellen das fragile Gleichgewicht auf die Probe.

Extreme Schneefälle 2018 in Zackenberg führten zu einer verspäteten Schneeschmelze, die die Reproduktion auf allen Ökosystemebenen massiv einschränkte. Zwar waren bei einzelnen Arten schon früher schwache Jahre bekannt, doch eine derart umfassende Ausfälle waren beispiellos.

„Ein Jahr ohne Brutzeit ist für hocharktische Arten kaum so schlimm. Die besorgniserregende Perspektive ist, dass 2018 einen Blick in die Zukunft bieten könnte, wo eine erhöhte klimatische Variabilität die arktischen Arten an ihre Grenzen – und möglicherweise darüber hinaus – bringen könnte“, erklärt Niels Martin Schmidt, Hauptautor der Studie.

„Unsere Studie zeigt, dass der Klimawandel mehr ist als ‚nur‘ Erwärmung, und dass Ökosysteme von derzeit noch seltenen, aber extremen Ereignissen hart getroffen werden können. Was es auch hervorhebt, ist der beispiellose Wert von Langzeitbeobachtungen der Arktis. Nur wenn wir die gesamten arktischen Ökosysteme im Auge behalten, können wir die Verwüstung verstehen, die der Klimawandel mit sich bringt.“