Wissenschaftler der University of Bath haben den ersten einfachen Speicheltest entwickelt, der nachweist, ob jemand kürzlich Spice – die gefürchtete psychoaktive Droge – konsumiert hat.
Der Test dauert etwa 5 Minuten, kann direkt vor Ort durchgeführt werden und zeigt nicht nur den Konsum synthetischer Cannabinoide an, sondern auch deren Konzentration.
Der Prototyp wird in der Zeitschrift Analytical Chemistry vorgestellt. Er soll Mediziner unterstützen, Betroffene optimal zu behandeln – sei es bei Bewusstlosigkeit, Inkohärenz oder Psychose.
Bisher erfordern Tests auf solche Substanzen Urin- oder Blutproben, die ins Labor gehen und Tage dauern. Spice umfasst keine einzelne Substanz, sondern bis zu über 100 variierende synthetische Chemikalien, was die Analyse erschwert.
Ohne schnellen Nachweis greifen Kliniker oft auf vorsorgliche Maßnahmen zurück, die nicht immer ideal sind. Betroffene mit vorübergehender Psychose landen manchmal unnötig in der Psychiatrie.
Dr. Chris Pudney von der University of Bath nennt den Test „einfach und sehr genau“. „Meine Partnerin als Psychiaterin hat keine Möglichkeit, Spice-Verdacht schnell zu bestätigen“, erklärt er. „Urin- oder Bluttests dauern Tage und sind meist nutzlos.“
Pudney adaptierte Techniken aus der Biologiechemie für Speichel – eine handhabbare, wenig invasive Probe. Zusammen mit Kollegen aus Pharmacy & Pharmacology sowie Computer Science entstand das Gerät.
Die Universität diskutierte es mit NHS-Vertretern, Drogen- und Obdachlosenhilfen.
Bei Anwendung wird Speichel in ein durchsichtiges Röhrchen gegeben, in die Maschine eingesetzt. Diese scannt mit Licht den „Fingerabdruck“ der Spice-Verbindungen. Innerhalb von 5 Minuten zeigt ein verknüpfter Bildschirm das Ergebnis.
Dr. Jenny Scott von Pharmacy & Pharmacology warnt: „Spice ‘zombifiziert’ Menschen, macht sie realitätsfern und verwundbar.“ Zwei Drittel der Gefängnisdirektoren sorgen sich um neuen psychoaktiven Stoffmissbrauch; unter Häftlingen liegt der Spice-Konsum bei ca. 10 % und belastet Notfallversorgung.
Forschung mit drogenkonsumierenden Obdachlosen bestätigt häufigen Spice-Gebrauch.
„Frühe Bestätigung ermöglicht gezielte Symptombehandlung“, sagt Scott. Langfristig könnte das Kit Notfalleinweisungen reduzieren, wenn vor Ort Versorgung möglich ist.
Mediziner hoffen, es innerhalb eines Jahres zu testen.
Weitere Informationen und Unterstützung für Betroffene von Drogenproblemen finden Sie unter bit.ly/drug_support