Das Vereinigte Königreich wird durch ein neues Netzwerk im Wert von 56 Millionen Pfund zu einem internationalen Zentrum für Strahlentherapieforschung. Cancer Research UK, eine führende Wohltätigkeitsorganisation im Kampf gegen Krebs, hat dies angekündigt. Das Cancer Research UK RadNet stellt die bisher größte Investition in diesem Bereich dar.
Das Netzwerk zielt darauf ab, die Entwicklung innovativer Strahlentherapietechniken zu beschleunigen und die Grenzen der Krebsbehandlung durch bahnbrechende Projekte auszuloten.
Sieben renommierte Zentren bündeln ihre Kräfte: die Universitäten von Cambridge, Glasgow, Leeds, Manchester und Oxford, das Cancer Research UK City of London Centre sowie das Institute of Cancer Research in London in Kooperation mit dem Royal Marsden NHS Foundation Trust.
Michelle Mitchell, Geschäftsführerin von Cancer Research UK, betont: „Strahlentherapie ist ein Eckpfeiler der Krebsmedizin – etwa drei von zehn Patienten erhalten sie als Teil ihrer Primärbehandlung.“
„Der Start unseres Netzwerks markiert eine neue Ära der Strahlentherapieforschung im Vereinigten Königreich. Wissenschaftler verbinden hier ihr tiefes Verständnis der Krebsbiologie mit hochmoderner Technologie, um Behandlungen präziser und effektiver zu gestalten als je zuvor.“
Strahlentherapie zielt mit Röntgenstrahlen gezielt auf Tumore ab und zerstört Krebszellen durch irreversible DNA-Schäden. Jährlich werden im NHS mehr als 130.000 Patienten damit therapiert.
Die Forscher des RadNet konzentrieren sich zudem auf die Minimierung langfristiger Nebenwirkungen. Durch Optimierung und Personalisierung der Therapie soll das Überleben bei Krebs signifikant verbessert werden.
Das Netzwerk entwickelt neue Verabreichungstechniken und untersucht Kombinationen mit Medikamenten, einschließlich Immuntherapien.
Mehr über die neueste Krebsforschung:
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Zu den Forschungsprojekten gehören Flash-Strahlentherapie mit hochdosierten Impulsen in Sekundenbruchteilen, Protonentherapie sowie Ansätze gegen Tumorhypoxie – niedrige Sauerstoffwerte durch rapides Krebswachstum.
13 Millionen Pfund finanzieren neue Forschungsgruppen und Doktoranden in Manchester, London und Cambridge. Jedes Zentrum erhält 4 Millionen Pfund für gemeinsame Projekte, Konferenzen und Austauschprogramme, um interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken.