„Klassische Psychedelika“ wie LSD und Psilocybin – enthalten in Zauberpilzen – ähneln chemisch dem vom Gehirn produzierten Neurotransmitter Serotonin. Dieser Regler spielt eine zentrale Rolle bei Stimmung, Wahrnehmung und vielen neuralen Prozessen. Durch Nachahmung seiner Wirkung entfalten diese Substanzen ihre intensive Auswirkung auf unsere subjektive Erfahrung.
DMT (Dimethyltryptamin) wirkt ebenfalls über serotonerge Pfade, greift aber auch andere Mechanismen an – etwa Sigma-1-Rezeptoren, die die neuronale Kommunikation modulieren.
Ketamin hingegen blockiert unter anderem NMDA-Rezeptoren, die für die Signalübertragung des Neurotransmitters Glutamat verantwortlich sind.
Ein Schlüsselfaktor ist der Schläfenlappen, der für emotionale Verarbeitung und Gedächtnis zuständig ist. Studien zeigen: Die Entfernung des vorderen Schläfenlappens als Epilepsie-Therapie verhindert die psychologischen Effekte von LSD.
Interessant: Anormale Aktivität im Schläfenlappen, wie bei Anfällen, kann Nahtoderfahrungen ähnelnde Zustände auslösen.
Psychedelika teilen den Effekt, die unstrukturierte Aktivität im Gehirn zu steigern – ein Zustand höherer „Entropie“, wie Neurowissenschaftler es nennen.
Dies führt zu einer Reduktion der Aktivität im Default-Mode-Netzwerk (DMN), das mit selbstbezogenem Denken assoziiert wird.
Eine gängige Theorie: Psychedelika erzeugen spirituelle Einheitsgefühle, indem sie Gehirnentropie erhöhen und ego-zentrierte DMN-Aktivität dämpfen.