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Das 2.600 Jahre alte Heslington-Gehirn: UCL-Forscher enthüllen Erhaltungsgeheimnisse

Forscher haben die Geheimnisse der außergewöhnlichen Erhaltung eines 2.600 Jahre alten menschlichen Gehirns entschlüsselt, das bei Ausgrabungen in York entdeckt wurde.

Das Gehirn aus der Eisenzeit (673–482 v. Chr.) wurde 2008 in einem Schädel in einer schlammigen Grube bei Heslington gefunden und gilt als eines der ältesten in Großbritannien.

Die Wissenschaftler waren von der makellosen Konservierung des empfindlichen Gewebes fasziniert – es war das einzige Weichgewebe im Schädel.

In einer Studie im Journal of the Royal Society Interface analysierten Experten des University College London (UCL) über ein Jahr hinweg die dicht gefalteten Proteine. Nach der Entfaltung zeigten diese Merkmale lebenden Gehirngewebes.

Die Forscher belegen, dass Proteine – die das Gehirn zusammenhalten – zu stabilen Aggregaten gefaltet waren und nach Entfaltung ihre typischen Eigenschaften zurückerlangten.

Die Ergebnisse haben weitreichende Implikationen für die Paläoproteomik, Biomarkerforschung und Erkrankungen wie Proteinmisfolding.

Das 2.600 Jahre alte Heslington-Gehirn: UCL-Forscher enthüllen Erhaltungsgeheimnisse

Hauptautor Dr. Axel Petzold vom UCL Queen Square Institute of Neurology untersuchte Neurofilamente und Gliafibrillensäureprotein (GFAP), die als Gerüst wirken.

Beide Proteine waren im Heslington-Gehirn erhalten und spielten eine Schlüsselrolle bei der Stabilität.

Normalerweise zerfällt Gehirngewebe rasch durch Autolyse. Hier verhinderten wahrscheinlich saure Flüssigkeiten diesen Prozess.

Filamente konzentrierten sich ungewöhnlich in äußeren Hirnbereichen, was auf eine Säureeinwirkung von außen hindeutet.

Dr. Petzold vermutet, dass Tod oder Bestattung – inklusive eines schweren Schlags auf Kopf oder Hals vor der Enthauptung – die Erhaltung begünstigten: „Dieser Person muss etwas Grausames widerfahren sein.“

Die Erkenntnisse zur Protein-Faltung könnten die biomedizinische Forschung bereichern.

Die Studie fasst zusammen: „Diese Langzeitdaten eines einzigartigen alten menschlichen Gehirns zeigen, dass Aggregatbildung die Erhaltung von Gehirnproteinen über Jahrtausende ermöglicht.“