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NHS-Kontaktverfolgungs-App: Funktionsweise und Datenschutzrisiken im Überblick

Mitten in der COVID-19-Pandemie, die viele von uns weiterhin in Lockdowns hält, entwickeln Regierungen und Tech-Unternehmen – darunter das NHS – Apps, die Smartphones nutzen, um Benutzer zu warnen, falls sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Diese Kontaktverfolgungs-Apps könnten die Virusausbreitung bremsen, wenn sie breit eingesetzt werden. Dennoch gibt es berechtigte Bedenken hinsichtlich ihrer Technik, des Datenschutzes und der Datenverwendung.

Was ist Kontaktverfolgung?

COVID-19 ist hoch ansteckend, noch bevor Symptome auftreten. Kontaktverfolgung identifiziert Personen, die ein Infizierter potenziell angesteckt hat, bevor er von seiner Erkrankung wusste. In Ländern wie Südkorea und Singapur arbeiten Tracer mit Patienten zusammen, um Bewegungen via CCTV, Handy-Standortdaten oder Kreditkarten nachzuvollziehen. Betroffene werden dann zum Testen und Isolieren aufgefordert.

Länder mit Apps setzen auf zwei Ansätze: Standort oder Nähe.

Die israelische Hamagen-App nutzt GPS- und Netzwerkdaten, um Wege infizierter Personen zu rekonstruieren und parallele Handy-Präsenz zu ermitteln.

NHS-Kontaktverfolgungs-App: Funktionsweise und Datenschutzrisiken im Überblick

Die singapurische TraceTogether-App hingegen trackt keine Orte, sondern tauscht via Bluetooth Low Energy anonyme Codes mit nahen Geräten aus. Bei Diagnose werden diese Codes genutzt, um Kontakte zu warnen.

So funktioniert die NHSX-Kontaktverfolgungs-App

Die App von NHSX, dem digitalen Arm des NHS, verwendet ebenfalls Bluetooth zur Code-Austausch zwischen Nutzergeräten.

Bei Symptomen und positiver Diagnose laden Sie Ihre gesendeten Codes in die NHSX-Datenbank hoch. Andere Apps prüfen lokal, ob sie Übereinstimmungen haben.

Im Unterschied zu TraceTogether erfordert Bluetooth oft ein entsperrtes Telefon – ein klares Datenschutzrisiko, da Diebe Zugriff auf alles bekämen.

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Apple und Google erleichtern via neuer API den Hintergrundbetrieb für genehmigte Apps, auch bei gesperrtem Gerät – aber nur für Bluetooth-Codeaustausch.

Kennt die Regierung all meine Daten?

Ursprünglich plante NHSX zentrale Code-Speicherung mit Server-Abgleich. Das hätte Verbindungsnetze zwischen Nutzern ermöglicht.

Google und Apple blocken das: Sie genehmigen nur Protokolle wie DP-3T (Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing) von europäischen Universitäten.

NHS-Kontaktverfolgungs-App: Funktionsweise und Datenschutzrisiken im Überblick

DP-3T rotiert Codes ständig, speichert sie lokal und gleicht nur bei Upload ab. NHSX erfährt von Ihrer Infektion, nicht von Ihren Kontakten.

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