Neue Forschungsergebnisse des Nuffield Department of Medicine an der Universität Oxford zeigen: Eine Kontaktverfolgungs-App könnte die Ausbreitung des Coronavirus effektiv stoppen – vorausgesetzt, 80 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen sie.
Die Studie unterstreicht, dass breite Akzeptanz und rasche Einführung entscheidend sind, um die Pandemie zu kontrollieren. Experten, die die britische Regierung und den NHS bei der App-Entwicklung beraten, empfehlen eine symptom-basierte Warnung statt Wartezeiten auf Testergebnisse.
Die App benachrichtigt Nutzer, sobald Kontakt zu einer infizierten Person besteht, und fordert zu Maßnahmen wie Quarantäne auf.
Dr. David Bonsall, Co-Leiter der Studie und Kliniker am John Radcliffe Hospital, erklärt: „Symptom-basierte Kontaktverfolgung ist epidemiologisch sinnvoll, da sie schnell genug wirkt, bevor Weiterinfektionen entstehen.“
„Simulationen prognostizieren einen Kontrollverlust bei Verzögerungen durch Labortests – mit mehr Todesfällen und Quarantänefällen. Virologische Tests eignen sich ideal zur Bestätigung und Entlassung. Richtig konfiguriert, rettet diese Technologie Leben und schützt Vulnerable Gruppen.“
Die Forscher simulierten eine Modellstadt mit einer Million Einwohnern. Ergebnis: Neben Tempo braucht es hohe Nutzerquoten. Bei 60 Prozent Bevölkerung (80 Prozent Smartphone-Besitzer) plus anderen Maßnahmen stoppt die App die Pandemie; niedrigere Raten bremsen sie zumindest.
Professor Christophe Fraser, leitender Autor: „Eine sorgfältig implementierte App kann Fälle, Hospitalisierungen und Intensivaufenthalte massiv senken.“
„Modelle zeigen: 60 Prozent Nutzung reicht zum Stoppen; selbst weniger reduziert Infektionen und Tote erheblich.“
Eine Umfrage von Oxford-Verhaltensökonomen ergab: Über 73 Prozent der Briten würden die App installieren. Datenschutz muss von Anfang an priorisiert werden.

Gesundheitsminister Matt Hancock betont die Zusammenarbeit mit Tech-Giganten und Ethik-Experten für eine sichere NHS-App.
Prof. Fraser hofft, die Studie beschleunige die Entwicklung: „Wir brauchen Strategien gegen Lockdown-Ende und Rebound. Mit Community-Tests und Schutz vulnerabler Gruppen verhindert digitale Verfolgung Neuausbrüche.“
„Diese Erkenntnisse beweisen: Bei Berücksichtigung epidemiologischer und ethischer Prinzipien rettet mobile Verfolgung Leben, minimiert Isolationen und ermöglicht sicheres Zurückkehren ins Leben.“
Ein Policy-Exchange-Report plädiert für eine zentrale Test- und Verfolgungs-Kommandozentrale unter einem erfahrenen Leiter, involvierend NHS, Regierung, Polizei, Militär und Privatsektor.
Richard Walton, Ex-Anti-Terror-Chef der Met Police und Mitautor: Die App-Aufrufe müssen national sein. „Traditionelle Methoden reichen nicht; Asien zeigt den Weg. Eine Kommandozentrale ist essenziell für Tech-Einsatz gegen Ausbrüche.“