Die Förderung von Fußwegen und Radfahren zur Arbeit nach dem Corona-Lockdown könnte die Lebenserwartung steigern und langfristige Pandemiefolgen mindern, betonen Experten der University of Cambridge und des Imperial College London.
Forscher haben in einer Langzeitstudie mit über 300.000 Pendler*innen in England und Wales nachgewiesen: Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad pendelt statt Auto fährt, senkt das Risiko eines frühen Todes durch Herzkrankheiten und Krebs signifikant.
Die Analyse umfasst 25 Jahre Daten aus der UK Census, Todesregistern und Krebsstatistiken des Office for National Statistics. Sie fällt passend zur Empfehlung der Regierung, öffentliche Verkehrsmittel zu entlasten – idealer Zeitpunkt für nachhaltige Mobilitätswechsel.
Dr. Richard Patterson, Leiter der MRC Epidemiology Unit an der University of Cambridge: „Mit der Rückkehr zur Arbeit lohnt ein Überdenken der Pendelgewohnheiten. Statt auf Autos umzusteigen, die Kapazitäten öffentlicher Verkehrsmittel zu schonen, sollten mehr Menschen zu Fuß oder per Rad pendeln – für Gesundheit und Umwelt.“
Radfahrer*innen wiesen 20 % niedrigere Frühtod-Raten auf als Autofahrer*innen: 24 % weniger Herz-Todesfälle, 16 % weniger Krebs-Todesfälle und 11 % weniger Krebsdiagnosen.
Fußpendler*innen hatten 7 % seltener Krebsdiagnosen; Effekte auf Herz- und Krebssterblichkeit waren schwächer, aber vielversprechend.

Zugpendler*innen schnitten mit 10 % geringerer Frühtod-Rate, 20 % weniger Herz-Kreislauf-Todesfällen und 12 % weniger Krebsdiagnosen besser ab – oft durch Fuß- oder Radwege zu Bahnhöfen und höheren sozioökonomischen Status.
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66 % fuhren Auto, 19 % nutzten ÖPNV, 12 % gingen zu Fuß, 3 % radelten. Männer pendelten öfter auto- oder fahrradbezogen, Frauen öfter zu Fuß oder per Bus/Zug.
Die Studie in The Lancet Planetary Health kontrollierte sozioökonomische Faktoren; Ergebnisse stimmen mit internationalen Befunden überein, trotz fehlender Daten zu Ernährung oder Rauchen.

Dr. Anthony Laverty, Imperial College London: „Die Regierung investiert richtig in Rad- und Fußwege. Langfristig stabile Gewohnheiten fördern gesünderes Pendeln für alle.“