Physische Distanzierung von mindestens einem Meter reduziert das Übertragungsrisiko von Corona-Viren erheblich. Eine Distanz von zwei Metern ist jedoch noch wirksamer, wie eine aktuelle Meta-Analyse zeigt.
Experten der McMaster University analysierten Daten aus Studien zu SARS, MERS und COVID-19 mit 7.782 Teilnehmern. Sie fanden: Bei mehr als einem Meter Abstand sinkt das Infektionsrisiko auf 3 bis 13 Prozent – deutlich niedriger als bei weniger als einem Meter.
Wie weit ist der optimale Abstand?
Das Infektionsrisiko bei Corona halbiert sich modellbasiert für jeden zusätzlichen Meter bis zu drei Metern Abstand. In Großbritannien gilt die Zwei-Meter-Regel, während Deutschland und andere Länder 1,5 Meter empfehlen, um Wirtschaftszweige wie Gastronomie zu unterstützen.
Orte wie Theater leiden unter strengen Abstandsregeln, da sie die Zuschauerzahlen massiv einschränken. Die WHO rät mindestens zu einem Meter Abstand.

Professor Holger Schünemann von der McMaster University, Mit-Leiter der Studie in The Lancet, betont: „Dies sind die ersten synthetisierten Daten zu COVID-19, SARS und MERS. Sie liefern die besten Evidenzen für effektive Schutzmaßnahmen in Pandemiezeiten.“
„Regierungen können daraus klare Empfehlungen ableiten, um Infektionen in der Bevölkerung zu minimieren.“ Die Analyse informierte WHO-Leitlinien und standardisiert Kontaktverfolgungen.
Tragen Masken und Augenschutz?
Die Forscher empfehlen: Mindestens einen Meter Abstand plus Masken und Augenschutz – der effektivste Schutz vor COVID-19 in Alltag und Gesundheitswesen.
13 Studien zum Augenschutz zeigen: Mit Schutzbrille oder Schild sinkt das Risiko auf 6 Prozent (ohne: 16 Prozent).
10 Studien zu Masken: Mit Maske 3 Prozent Risiko (ohne: 17 Prozent). Die Daten stammen vorwiegend aus Haushalten und basieren auf moderater Evidenzqualität.
Im Gesundheitswesen schützen N95-Masken besser als chirurgische. Auch für die Öffentlichkeit bieten Masken Vorteile.

Dr. Derek Chu, Co-Autor: „Frontline-Mitarbeiter brauchen dringend Atemschutz. Globale Produktion muss hochgefahren werden.“
Keine Maßnahme schützt zu 100 Prozent. Die Evidenz zu Masken und Augenschutz ist begrenzt, doch Kombinationen maximieren den Nutzen.