Um die Ausbreitung von COVID-19 in Schottland effektiv zu überwachen, analysieren Experten Abwasserproben auf Virusspuren. Dieses innovative Projekt nutzt bewährte wissenschaftliche Methoden, um Trends frühzeitig zu erkennen.
Als Teil der Initiative werden Proben aus Abwasserbehandlungsanlagen aller 14 NHS Scotland-Gesundheitsbehörden von Spezialisten der Scottish Environment Protection Agency (SEPA) untersucht.
Das Vorhaben baut auf wegweisender Forschung von Scottish Water und Partnern des Roslin Institute an der University of Edinburgh auf, die Konzentrationen von COVID-19-RNA-Fragmenten im Abwasser ermittelt.
Die gewonnenen Daten sollen – ergänzt durch Gemeindetests und Krankenhausdaten – die Prävalenz und Verbreitung des Virus in Schottland aufzeigen und Entscheidungsträgern wertvolle Einblicke bieten.
SEPA-Geschäftsführer Terry A’Hearn betont: „Als eine der ersten europäischen Umweltschutzbehörden starten wir diese Sondierungsarbeiten, um Coronavirus-RNA in Schottlands Abwasser nachzuweisen.“
„Unsere Expertise in Überwachungsnetzen und wissenschaftlichen Analysen ermöglichte einen schnellen Einstieg mit Partnern. Wir zählen zu den Pionieren in Europa und hoffen, nützliche Daten für die Virusbekämpfung zu liefern.“
Die Proben decken Abwasser von 40 bis 50 Prozent der schottischen Bevölkerung ab. Das Projekt wird von der schottischen Regierung und Health Protection Scotland gefördert.
Erste Proben aus acht Gesundheitsbehörden werden derzeit in SEPA’s Angus-Smith-Laboren in Lanarkshire geprüft.
Die Weltgesundheitsorganisation bestätigt: Es gibt keine Hinweise auf eine Übertragung des Coronavirus über Abwassersysteme.
Dr. Alexander Corbishley vom Roslin Institute erklärt: „Virales genetisches Material im Abwasser nachzuweisen ist machbar; die Herausforderung liegt in der quantitativen Messung und Korrelation mit der Krankheitsprävalenz in der Bevölkerung.“
Dank Finanzierung des Centre of Expertise for Waters (Crew) kooperieren schottische Wissenschaftler mit britischen Akademikern und halten Schritt mit der globalen Abwasserepidemiologie.
Umweltministerin Roseanna Cunningham: „Die COVID-19-Pandemie hat uns alle geprägt. Diese Forschungsarbeit ist essenziell für unsere sichere Erholung. Ich begrüße das Projekt von SEPA, Scottish Water und Partnern zur flächendeckenden Virusüberwachung.“