Schluckauf entsteht durch unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells. Diese verursachen einen plötzlichen Luftstrom, der die Epiglottis – den blattförmigen Knorpelklappe im Hals – zuschlägt und das markante „Hicks“-Geräusch erzeugt.
Bekannte Hausmittel gegen Schluckauf gliedern sich in drei Kategorien: Erhöhung des CO₂-Spiegels im Blut (Atem anhalten), Stimulation des Vagusnervs (z. B. Finger ins Ohr stecken – oder Anus!) sowie Ablenkung (plötzlicher Schreck). Das Trinken von der „falschen“ Glas-Seite kombiniert Ablenkung und Nervenstimulation: Es fordert Konzentration, kalte Getränke regen den Vagusnerv über die Magenwand an. Ein großes Glas ohne Pause unterbricht zudem die Atmung lang genug, um den CO₂-Spiegel zu beeinflussen.
Keine dieser Volksheilmittel ist jedoch wissenschaftlich gut belegt. Studien beruhen meist auf anekdotischen Berichten bei hartnäckigem Schluckauf, der Monate oder Jahre anhält und oft andere Ursachen hat. Bei alltäglichen Attacken wirkt vor allem der Placebo-Effekt: Glauben Sie daran, funktioniert es wahrscheinlich.