Forscher haben herausgefunden, dass speziell entwickelte Brillen Menschen mit Farbenblindheit helfen, Rot-, Gelb- und Grüntöne klarer zu erkennen.
Farbenblindheit, genauer gesagt Farbsehschwäche, ist eine weit verbreitete Störung: Etwa 1 von 12 Männern und 1 von 200 Frauen sind betroffen. Besonders häufig tritt die Rot-Grün-Schwäche auf, bei der Betroffene Schwierigkeiten haben, Nuancen in diesen Farbbereichen zu unterscheiden.
Diese Form der Farbenblindheit ist genetisch bedingt und betrifft Gene auf dem X-Chromosom, die für die Lichtrezeptoren in der Netzhaut verantwortlich sind. Vor allem die mittel- und langwelligen Photorezeptoren sind beeinträchtigt, was die Unterscheidung von Farben mit längeren Wellenlängen erschwert.
In einer Studie der University of California, veröffentlicht im Fachjournal Current Biology, testeten Wissenschaftler die EnChroma-Brille. Ihre Linsen filtern gezielt Wellenlängen, um die Trennung von Farben zu verbessern und den Fotorezeptoren eine klarere Wahrnehmung zu ermöglichen.
„Längeres Tragen der Brille verstärkt die chromatische Reaktion“, erklärt John S. Werner, Professor für Augenheilkunde an der UC Davis Health. „Nach zwei Wochen zeigten sich nicht nur gesteigerte Kontrastreaktionen, sondern diese Effekte hielten auch ohne Brille an – ein Beweis für eine adaptive Verbesserung der Sehfähigkeit.“
Alex Zbylut, ein farbenblinder Studienteilnehmer, schwärmt: „Mit der Brille draußen sind alle Farben unglaublich lebendig. Ich sehe nun, dass jeder Baum einen anderen Grünton hat. Ich wusste nicht, wie bunt die Welt wirklich ist.“