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Dr. Rachel Brown: Neurologische Komplikationen bei COVID-19 – Ursachen und Erkenntnisse aus der Forschung

Eine Studie am National Hospital for Neurology and Neurosurgery (UCLH) mit bestätigten oder vermuteten COVID-19-Patienten zeigt: Neurologische Komplikationen wie Delirium, Hirnentzündung, Schlaganfall und Nervenschäden treten in seltenen Fällen auf.

Wir sprachen mit Dr. Rachel Brown, MRC Clinical Research Training Fellow und Mitwirkende der Studie, über die Hintergründe.

Dieser Podcast wird von brilliant.org unterstützt, das quantitative Fähigkeiten in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik durch unterhaltsame, interaktive Erkundungen fördert.

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COVID-19 kann Delirium, Gehirnentzündung und Schlaganfall auslösen

Die Studie am National Hospital for Neurology and Neurosurgery brachte das Coronavirus mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen in Verbindung – bei einer kleinen Gruppe bestätigter oder vermuteter COVID-19-Patienten.

Erzählen Sie von Ihrer Forschung.

COVID-19 ist primär eine Atemwegserkrankung, doch bei einer kleinen Untergruppe beobachteten wir neurologische Symptome. Frühe Studien aus Wuhan meldeten bei etwa einem Drittel der Patienten Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Geruchsverlust – typisch für Viruserkrankungen.

Mit wachsender Erfahrung tauchten jedoch ungewöhnlichere Fälle auf. Basierend auf Erkenntnissen aus SARS und MERS war dies nicht überraschend. Unser Zentrum, ein führendes Neurowissenschaftszentrum mit Netzwerken in London und Großbritannien, nutzte eine etablierte multidisziplinäre Plattform für Infektions- und Entzündungskrankheiten.

Wir starteten wöchentliche Meetings, an denen Kollegen landesweit teilnahmen. Diese Zusammenarbeit war entscheidend, da Komplikationen selten sind. So erkannten wir Muster: Enzephalopathie (vorübergehende Hirnfunktionsstörung), delirante Zustände (häufig bei Infektionen und Krankenhausaufenthalten), postinfektiöse Probleme wie ADEM-ähnliche Erkrankungen (akute disseminierte Enzephalomyelitis), Guillain-Barré-Syndrom und ungewöhnliche Schlaganfälle.

COVID-19 macht das Blut "klebriger", was bei Risikofaktoren fehlenden Patienten zu Schlaganfällen führen kann.

Was bedeuten ADEM und Guillain-Barré-Syndrom?

Beide sind para- oder postinfektiöse entzündliche Syndrome des Nervensystems. ADEM betrifft Gehirn und Rückenmark, meist Kinder und Jugendliche: Symptome umfassen Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwäche oder Krampfanfälle – meist einmalig mit guter Erholung.

Guillain-Barré betrifft periphere Nerven für Bewegung und Empfindung in Armen und Beinen. Es handelt sich um eine Immunkreuzreaktion: Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen als Viren an und löst Entzündungen aus.

Wie häufig sind diese Komplikationen?

Sie sind selten und gehören zum schweren Spektrum. Bei Auftreten können sie lebensverändernd sein – daher ist Aufklärung essenziell.

Gibt es präventive Behandlungen?

Die Mechanismen sind noch unklar. ADEM und Guillain-Barré sind autoinflammatorisch, doch einige Fälle wiesen Mikroblutungen auf. Delirium hat vielfältige Ursachen, Schlaganfälle hängen mit Thrombosen zusammen.

Vielfältige Mechanismen: Direkte Viruseffekte sind unwahrscheinlich (wenig Nachweis im Gehirn), eher Immunreaktionen, Hypoxie oder Intensivstation-Aufenthalt.

Nächste Schritte?

Die medizinische Community mobilisiert sich global. Wir untersuchen Häufigkeit, Mechanismen (Virus vs. Immunreaktion), Risikogruppen, Prävention und Therapien – pro Kategorie.