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Studie warnt: Soziale Raucher haben enormes Lungenkrebsrisiko – vergleichbar mit starken Rauchern

Neue Forschungsergebnisse zeigen: Menschen, die gelegentlich in Gesellschaft rauchen, sterben mehr als doppelt so häufig an Lungenerkrankungen und über achtmal häufiger an Lungenkrebs wie Nichtraucher.

Die 17-jährige Untersuchung offenbart, dass das Lungenkrebsrisiko für „soziale Raucher“ – also Personen mit weniger als 10 Zigaretten pro Tag – kaum niedriger ist als bei denen, die mehr als 20 Zigaretten täglich rauchen. Reduziertes Rauchen oder das Kombinieren mit E-Zigaretten ersetzt kein vollständiges Aufhören.

Die Studie stammt von Dr. Pallavi Balte und Dr. Elizabeth Oelsner vom Columbia University Irving Medical Center in New York. Sie wurde auf dem Internationalen Kongress der European Respiratory Society präsentiert.

Dr. Balte betonte auf der virtuellen Konferenz: „Jeder weiß, dass Rauchen schädlich ist, aber viele unterschätzen die Risiken bei geringem Konsum.“ Sie ergänzte: „In den USA hat der Anteil leichter Raucher zugenommen – von 16 auf 27 Prozent. Wir haben daher die Gefahren für soziale Raucher gegenüber Nichtrauchern und starken Rauchern analysiert.“

Die Längsschnittstudie umfasste 18.730 Teilnehmer aus einer multiethnischen US-Stichprobe mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren. Über 17 Jahre starben 649 an Atemwegserkrankungen und 560 an Lungenkrebs.

Bei Nichtrauchern betrug die Sterberate an Atemwegserkrankungen 1,8 Prozent, an Lungenkrebs 0,6 Prozent. Soziale Raucher verzeichneten 3,3 Prozent bzw. 4,7 Prozent, starke Raucher (mehr als 20 Zigaretten/Tag) 10,1 Prozent bzw. 12,9 Prozent.

Nach Anpassung an Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnie, Bildung und BMI starben soziale Raucher 2,5-mal häufiger an Atemwegserkrankungen und 8,6-mal häufiger an Lungenkrebs als Nichtraucher. Im Vergleich zu starken Rauchern war die Atemwegssterblichkeit etwa halb so hoch, die Lungenkrebsrate jedoch zu zwei Dritteln höher.

Dr. Balte schlussfolgert: „Soziales Rauchen ist unverhältnismäßig gefährlich – es vermeidet keineswegs das meiste Risiko.“

Prof. Jørgen Vestbo, Vorsitzender des European Respiratory Society Advocacy Council und Atemwegsmediziner an der University of Manchester, kommentierte: „Rauchreduktion ist positiv, doch kein sicheres Niveau existiert. Diese Studie unterstreicht, dass weniger Rauchen nicht den erhofften Schutz bietet.“