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Spina bifida: Pränatale Operationen retten 32 Babys vor Lähmungen – NHS-Erfolgsgeschichte

32 Babys mit Spina bifida konnten dank hochkomplexer Operationen im Mutterleib Lähmungen entgehen. Diese bahnbrechenden Eingriffe werden von Experten des NHS England durchgeführt.

Laut NHS England fanden seit Januar 2020 bei 32 Kindern im Mutterleib Operationen statt, an denen Teams von bis zu 30 Fachmedizinern beteiligt waren. Spina bifida stört die normale Entwicklung von Wirbelsäule und Rückenmark und kann zu Lähmungen sowie Problemen mit Darm, Blase und Nieren führen.

Lehrerin Helena Purcell erhielt in der 23. Schwangerschaftswoche eine Operation für ihr Baby. Zunächst hieß es, das Kind wäre wahrscheinlich gelähmt, inkontinent und benötige einen Shunt im Gehirn.

Nach sechs vergeblichen IVF-Versuchen schwanger geworden, brachte Purcell im März 2021 – drei Monate nach der OP – ihre Tochter Mila im University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH) zur Welt.

„Der Unterschied für meine Familie ist unbeschreiblich. Die NHS-Ärzte sind Helden, diese Operation überwältigend. Ohne sie wäre Mila gelähmt. Ich bin unendlich dankbar“, sagt sie.

Mila bewegt ihre Beine, ist kontinent und zeigt trotz leichter Flüssigkeitsansammlung im Gehirn gute Entwicklung. Sie wird am Great Ormond Street Hospital for Children NHS Foundation Trust (GOSH) betreut.

Operationen zwischen der 23. und 26. SSW erzielen klar bessere Ergebnisse als postnatale Eingriffe, betont NHS England.

Spina bifida: Pränatale Operationen retten 32 Babys vor Lähmungen – NHS-Erfolgsgeschichte

Das Team umfasst Fetalchirurgen, Neurochirurgen, Anästhesisten für Mutter und Kind, Geburtshelfer, Neuropädiatrische Chirurgen, Radiologen, ein Sterilteam und Neonatologen für den Fall einer Entbindung.

„Der NHS bekämpft nicht nur die Pandemie, sondern bietet innovative Therapien wie diese“, erklärt Prof. Stephen Powis, medizinischer Direktor des NHS England.

Spezialisten aus London und Belgien arbeiten zusammen. Beteiligt sind UCLH, GOSH und die Universitätskliniken Leuven.

Spina bifida: Pränatale Operationen retten 32 Babys vor Lähmungen – NHS-Erfolgsgeschichte

Neurochirurg Dominic Thompson von GOSH nennt das Verfahren „komplex, zeitkritisch und risikoreich“, hebt aber hervor: „Die lebensverändernden Effekte für Babys wie Mila sind unschätzbar.“

„In unserer Spina-bifida-Spezialklinik sehen wir weniger Shunts, invasive OPs und bessere Mobilität – entscheidend für die Lebensqualität“, ergänzt er.

Prof. Anna David, Fetalmedizin-Beraterin am UCLH und Leiterin des Programms, betont: Das System ist patientenfreundlich optimiert. „Unser Koordinator bearbeitet Überweisungen aus ganz UK und dem Ausland. Wir erleichtern die Patientenreise maximal.“