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Echoortung wie bei Fledermäusen: Studie zeigt enormes Potenzial für Menschen mit Sehverlust

Die Echoortung – bei der Schallwellen von Objekten reflektiert werden, um sich zu orientieren – bietet blinden Menschen eine vielversprechende Alternative zur Navigation.

Fledermäuse, Wale und Delfine beherrschen diese Fähigkeit meisterhaft. Frühere Studien zeigten, dass auch einige Blinde durch Mundklicks navigieren. Forscher der Durham University untersuchten nun, wie leicht Sehbehinderte dies erlernen und ob das Alter eine Rolle spielt.

In einem 10-wöchigen Programm lernten 12 blinde und 14 sehende Freiwillige im Alter von 21 bis 79 Jahren klickbasierte Echoortung. Sie übten die Unterscheidung von Objektgrößen, Orientierung und virtuelle Navigation.

Nach dem Training steigerte sich die Navigationsfähigkeit aller Teilnehmer markant. Manche erreichten die Leistung erfahrener Echolokatoren, die seit 10 Jahren täglich klicken.

Weder Alter noch Blindheit begrenzten den Lernerfolg. Dies deutet darauf hin, dass das Training Rehabilitation bei frühem Sehverlust unterstützen könnte. „Teilnehmer berichteten von gesteigerter Mobilität, Unabhängigkeit und Lebensqualität – die Laboreffekte wirken sich real aus“, erklärt Dr. Lore Thaler, Leiterin der Studie.

„Wir empfehlen, klickbasierte Echoortung früh einzuführen, besonders bei drohendem Sehverlust durch degenerative Erkrankungen.“

Echoortung wie bei Fledermäusen: Studie zeigt enormes Potenzial für Menschen mit Sehverlust

Derzeit fehlt Echoortungstraining in der Rehabilitation – oft wegen Stigmatisierungssorgen. Doch die Studienteilnehmer nutzten Klicks selbstbewusst in der Öffentlichkeit. Eine Folgeumfrage zeigte: Alle Blinden erlebten bessere Mobilität, 83 Prozent mehr Unabhängigkeit und Wohlbefinden.

„Keine andere Studie mit Blinden erhielt solch begeistertes Feedback“, freut sich Thaler.